Markt und verkaufsoffener Sonntag

Blumen bescheren Frühlingsgefühle

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Sehr gut besucht war in Ober-Roden die Boutique „La Diva“, doch viele Geschäftsleute sind nicht so recht glücklich mit dem derzeitigen Frühlingsmarkt ohne das gesellige Straßenleben.

Rödermark - Ganz Rödermark lud am Sonntag ein zum Frühlingsmarkt. Ganz Rödermark? Nein - in Urberach öffneten nur recht wenige Einzelhändler ihre Türen. Von Christine Ziesecke 

Die Bürger flanierten bei kühlen Temperaturen trotzdem durch ihre Ortskerne, auf der Suche nach guten Angeboten oder netten Menschen zum Plaudern. Immer mehr wird der „Dinjerhof“ - mit fast 30 (Kunst)-Handwerkern prall gefüllt - zum echten Zentrum des Geschehens. Die offenen Geschäfte sind gut für ein Glas Sekt oder einen Cappuccino, doch wer lang schlendert, der bekommt viel Hunger und Durst. Und dem wurde nur im „Dinjerhof“ abgeholfen. Hier standen Gäste beisammen, schauten, staunten und tranken Bio-Limonade am Stand von Lotz & Lang oder probierten vegane Vitalkost bei „Rawdies“. Im „Dinjerhof“ verbreiteten viele Blumen Frühlingsgefühle. Ansonsten hätte es auch Adventsmarkt sein können: Unangenehm frisch war"s, und die Anbieter hatten gehörig mit der Kälte zu kämpfen. Der große Christbaum im Hof war mit bunten Eiern behängt – ein schönes Unikat.

Proppenvoll war der „Dinjerhof“ zeitweise, ebenso der Parkplatz des Urberacher Märktezentrums. Viele Besucher nutzen die Rabattaktionen und Schlussverkaufspreise etwa bei Intersport. „Ich habe meinen Kunden 20 Prozent Nachlass versprochen. Ich verkaufe doch lieber die Osterware mit Nachlass jetzt, als dass ich nächste Woche noch drauf sitze“, machte auch Sabine Weber vom Vintage-Shop „Pünktchen“ in der Darmstädter Straße deutlich, warum ihr Laden zeitweise voller Kunden stand.

Mit bunten Frühlingsblumen-Töpfchen verließen viele Kunden auch „Mode und mehr“. Das Geschäft von Martina Schwarzkopf ist neben „Obst-Müller“ eines der wenigen Geschäfte im Urberacher Ortskern, das an Markttagen immer geöffnet hat: „Die Formulierung ‚verkaufsoffen in ganz Rödermark’ hat falsche Hoffnungen geweckt!“ Ihr ist klar, dass man ein gutes und breit gefächertes Angebot haben muss, um an solchen Tagen auch den Kunden etwas bieten zu können.

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Über den offenen Sonntag gefreut haben sich in Ober-Roden die „Neuen“, Selcuk Özkaragz und sein Team. Sie hatten ihre fröhlich-bunten Möbel vors Geschäft gestellt und damit Kunden angelockt – auch wenn sie fernab des Marktplatzes liegen. Auch bei „La Diva“ gegenüber der Nazarius-Kirche herrschte reges Frühjahrs-Shoppen, doch Silke Bergmann und Sita Adam bedauerten die Präsentation des Frühlingsmarktes. Ihnen wäre eine gesellige kleine Imbissmeile viel lieber: „Wir sind uns da alle einig, auch mit Helga Schrod und den Anderen: zum entspannten Shoppen gehört nun mal die Möglichkeit für ein Gläschen im Freien oder einen Imbiss. Wir sind gerne bereit bei der Organisation mitzuhelfen, nur wir allein können es nicht leisten, und der Gewerbeverein muss etwas tun.“

Dessen Vorsitzender Manfred Rädlein erläuterte dagegen die Marktgestaltung noch einmal aus seiner Sicht: „Der Gewerbeverein hat sich bereit erklärt, für Markttag und Adventsmarkt die Ausrichtung zu übernehmen. Frühjahrs- und Herbstmarkt dagegen haben wir in die Hände der Stadt und des „Dinjerhofs“ und vor allem der Gewerbetreibenden selbst übergeben. Das können wir mit unserem Team nicht alles leisten.“ Den Besuchern ist das wahrscheinlich egal. Sie wollen gerne wieder eine Bratwurst und ein Gläschen Roten mitten auf der Gass’ - wegen der Leute, die sie da treffen.

Bilder: Frühlingsmarkt in Rödermark

Quelle: op-online.de

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