Investoren planen hochwertiges Wohnen

„Paramount Park“: Abgebrannte Discoruine soll verschwinden

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Die Ruine des „Paramount Park“, die Fußballhalle und die frühere Sauna sollen für den „Quartiershof Kapellenstraße“ abgerissen werden. Architekt Dr. Siegbert Huther stellte das Wohnungsbauprojekt der Eigentümergemeinschaft Faust/Frank am Mittwochabend im Bauausschuss vor.  

Ober-Roden - Eine Investorengruppe will Ober-Rodens Nordeingang aus der Schmuddelecke holen. Die Reste des abgebrannten „Paramount Park“, die Fußballhalle und die Sauna in der Kapellenstraße sollen einer Wohnbebauung mit zehnprozentigem Gewerbeanteil weichen. Von Michael Löw 

Die Stadt muss für dieses Projekt den Bebauungsplan ändern, der dort schwerpunktmäßig Gewerbe vorsieht. Das Dreieck zwischen Kapellenstraße, Rödermarkring und Frankfurter Straße ist seit dem verheerenden Brand der Großdiskothek „Paramount Park“ an Weihnachten 2006 alles andere als ein vorzeigbares Entrée für den Norden von Ober-Roden. Politiker und Grundstücksbesitzer an der Kapellenstraße überlegen seither, was möglich war. Einen gemeinsamen Nenner fanden sie jedoch nicht. Diskutiert wurden - unter anderem - eine Großküche für alle Rödermärker Schulen und Kitas, ein Mehrgenerationenhaus, Discounter und der in solchen Konstellationen immer wieder kehrende Mc Donalds.

Die Stadt verhängte zwischenzeitlich eine Veränderungssperre, um Wildwuchs zu verhindern und will den Bebauungsplan ändern. Aus dem Sondergebiet Sport mit einer friedhofsverträglichen gewerblichen Nutzung soll eigentlich ein Mischgebiet mit überwiegend gewerblicher Nutzung werden. Bürgermeister Roland Kern warb am Mittwochabend im Bauausschuss für die Streichung des Wortes „überwiegend“. Denn die Grundstücksgemeinschaft Frank/Faust (Rödermark/Frankfurt) will in der Kapellenstraße auf rund 9 000 Quadratmetern Wohnungen bauen und auf nur noch zehn Prozent Dienstleister ansiedeln. Nach Norden hin, so Kern, lasse das Projekt alle gewerblichen Möglichkeiten offen: „Nichts wird versperrt!“

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„Endlich ziehen alle Eigentümer an einem Strang“, war Kern froh über die neuen Besitzverhältnisse. Holger Faust bringt das Gelände der Discoruine ein, Lothar, Roger und Udo Frank die Soccer-Halle und die frühere „Saunaburg“. Architekt Dr. Siegbert Huther hat in ihrem Auftrag einen „schlossähnlichen Bau“ entworfen, der sich locker um einen großen Quartiershof gruppiert, auf den der Blick von der Kapellenstraße gelenkt wird. Dort steht auch ein vierstöckiges Einzelgebäude mit zurückgesetztem fünften Dachgeschoss, das die Investoren für Büros, Praxen und möglicherweise Gastronomie nutzen wollen.

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Drei weitere, eine Etage niedrigere Einzelgebäude lassen das Ensemble zum Rödermarkring hin offen wirken. Nach Norden und Osten ist ein L-förmiger Bau mit drei Vollgeschossen und einem versetzten Staffelgeschoss geplant. Die Wohnungen orientieren sich zum Hof hin. „Es gibt keinen Balkon mit Sonnenschirmen zum Friedhof“, versicherte Huther. Den Großteil der Autos will er in einer Tiefgarage unterbringen, außerdem plant er Parkplätze zwischen den Häusern. Das Quartier wird mit einer Sackgasse von der Kapellenstraße aus erschlossen.

Der Architekt schlägt einen Mix aus Eigentums-, Senioren- und Mehr-Generationen-Wohnung vor. Investor Roger Frank kann sich vorstellen, dass ein Sozialverband wie die Caritas einen kompletten Flügel übernimmt. Die Grundstücksgemeinschaft hat ihre Pläne erläutert, jetzt ist die Politik am Zug. „Wenn der Bebauungsplan schnell durch die Instanzen geht, wollen wir im Sommer mit der Genehmigungsplanung anfangen“, umriss Frank gestern gegenüber unserer Zeitung den Zeitplan.

Ganz so schnell wird"s wohl nicht gehen. Im Februar, so der Bürgermeister, soll das Stadtparlament die Änderung einleiten. Danach müsste der Entwurf offen gelegt werden. In dieses Papier müssten auch die Naturschutzaspekte eingearbeitet werden. Für Kern ist ein Satzungsbeschluss, also der geänderte Bebauungsplan, gegen Ende 2016 realistisch.

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Quelle: op-online.de

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