Pfarrkirche St. Nazarius in Ober-Roden

Rendezvous mit Glocken

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Selbst bei der wiederholten Teilnahme gibt’s in der Pfarrkirche St. Nazarius immer wieder Neues zu entdecken.

Ober-Roden - Dr. Siegfried Kutschera bietet Zeitreisen durch die über 1200-jährige Geschichte der Pfarrkirche St. Nazarius an: Führungen durch die Kirche und um sie herum oder auch vom Pfarrer begleitete Einblicke in die Sakristei und deren Geheimnisse.

Auch gibt es dabei Informationen zur Geschichte des Kirchenhügels und der immer noch nicht geklärten Frage des Standortes von Kloster Rotaha, das dem Historiker Prof. Egon Schallmayer zufolge allerdings hier seinen Sitz hatte. Selbst bei der wiederholten Führung weiß der auf diesem Gebiet umfassend beschlagene Dr. Siegfried Kutschera noch neues Altes zu berichten, so groß ist sein historisches Wissen, das er sich selbst angelesen hat.

Hoch hinaus ging"s am ersten Tag der Kirchenführung rund um die Besonderheiten der Pfarrkirche St. Nazarius. Keiner der gut 15 Teilnehmer – nicht einmal jene mit einer Gehhilfe – ließ es sich entgehen, die vielen wackeligen Stufen und Steige bis zu den vier Glocken im Kirchturm zu erklimmen. Mit etwas Glück setzte dann gerade neben dem eigenen Ohr der Uhrenschlag zur vollen Stunde ein - und ließ den ganzen Turm vermeintlich erbeben, so laut ist der Schlag in dem zugigen Turmgemäuer zu hören. Die größte Glocke wiegt 1,2 Tonnen. Die Klangkörper sind beeindruckend und lassen die Besucher ganz still werden.

Besonderheiten lassen sich hier heroben erkennen wie die Tatsache, dass Kirche und Turm keineswegs aus großen Steinquadern erbaut wurden, sondern ein „normales“ Gemäuer haben, dem die großen nach außen sichtbaren Steine nur vorgebaut wurden. Weit über Ober-Roden lässt sich von dort aus leider nicht schauen: Die äußeren Holzlamellen geben nur kleine Sichtluken frei.

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Carlo Rebel, einer der ältesten Turmbesteiger bei dieser „Erinnerungsreise“, rechnet nach, dass er schon über 60 Jahre nicht mehr oben war: „Damals, als Ministrant, war ich oft hier!“ Dafür weiß er, wozu das Gewinde mit der Kurbel am obersten Plateau im Turm dient: „Mit dieser Kurbel wird nachgeholfen, wenn der riesige Christbaum in der Kirche hochgezogen wird. Der größte bisher war 9,15 Meter, der kleinste 6,80 Meter – und der ist mir mal abgerutscht“, erinnert er sich schmunzelnd. Am Samstag, 25. April, wird die Runde ausgeweitet auf den Ober-Röder Friedhof. Um 14 Uhr treffen sich am Rewe-Markt gegenüber dem Eingang alle Interessierten, die mehr über die Friedhofskultur erfahren möchten.

chz

Quelle: op-online.de

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