Tierschützerin Karin Milde vermittelt zwei ihrer drei Hunde

Pfleglinge aus Ungarn haben neues Zuhause

Ober-Roden - Karin Milde atmet auf. Zwei der drei Hunde aus Spanien und Ungarn, für die die Tierschützerin ein neues Zuhause gesucht hat, sind unter. Unsere Zeitung hatte Mitte Januar über die traurige Vergangenheit von „Benny“, „Milo“ und „Nelly“ berichtet. Von Michael Löw

Aufgepasst! Pekinesen-Mischling „Milow“ hört jetzt auf das Kommando von Regina Lotz. Tierschützerin Karin Milde hat für den Pflegehund aus Ungarn eine neue Besitzerin gefunden.

„Milo“ heißt seit vier Wochen „Milow“. Der gut dreijährige Pekinesen-Mischling hat das „W“ im Namen bislang nicht vermisst. Seinem neuen Herrchen, Martin Lotz aus Mainflingen, ist der fünfte Buchstabe wichtig, denn er mache klar: Der Hundename wird englisch ausgesprochen, also „Mailo“. Denn so - und nicht „Milo“ - sei er bislang ja auch gerufen worden und habe darauf gehört. Martin und Regina Lotz wurden Ende Januar auf den ungarischen Mischling, dem die Ober-Röder Tierschützerinnen Karin Milde und Elwine Gaubatz mit zwei Leidensgenossen Asyl gewährten, aufmerksam. Eine Freundin hatte das Suchplakat in einer Tierarztpraxis hängen gesehen und angerufen: „Der sieht doch genauso aus wie euer ,Whiskey’!“ Doch „Whiskey“ war eigentlich der Grund, warum Regina und Martin Lotz keinen Hund mehr haben wollten. Er musste im August eingeschläfert werden, weil er gegen den Krebs keine Chance mehr hatte. Der Schmerz bei Frauchen und Herrchen saß immer noch tief.

Eine Woche lang hat sich Regina Lotz „Milos“ Foto angeschaut - ein ums andere Mal. Als sie schließlich bei Karin Milde anrief, hegte ihr Mann die leise Hoffnung, dass der Hund vielleicht schon vermittelt ist. War er nicht. Und beim ersten persönlichen Beschnuppern in Ober-Roden war’s auch um Martin Lotz geschehen: „Ich habe mich sofort in ihn verliebt!“ Deshalb kamen die beiden Mainflinger kurz ins Schwitzen, als Karin Milde erklärte, dass es weitere Interessenten gebe. Aber sie bekamen den Vorzug vor einer älteren Dame aus Offenbach. Die wollte „dem süßen Kleinen“ sofort ein „hübsches Mäntelchen“ kaufen. So viel Verniedlichung passt nicht zu einem Hund, den ungarische Tierschützer mit einer Schlinge von der Straße weggefangen haben. Das hat „Milo“ nachhaltig schockiert, denn das Halsgeschirr fürs Gassi-Gehen hat er lange verweigert.

Bei Regina und Martin Lotz hat er die richtige Mischung aus Zuneigung und Führung gefunden. Martin Lotz ist stolz, dass „Milow“ nicht nur einen zusätzlichen Buchstaben, sondern auch Vertrauen gewonnen hat. Er lässt sich inzwischen auch von fremden Leuten streicheln. Vorher fletschte er bei solchen Kontakten vor Angst die Zähne. Nach dem Bericht unserer Zeitung über Karin Mildes Pfleglinge fand auch „Nelly“ Anschluss. Karin Milde hat die betagte Hundedame an eine Sachsenhäuser Seniorin vermittelt. Alt zu alt sozusagen - und das funktioniert.

Tieren ein neues Zuhause schenken: Adoptieren oder kaufen? 

Der letzte Hund im Trio wartet noch auf ein neues Zuhause. „Benny“, den Tierschützer auf einer Müllhalde der spanischen Ferieninsel Gran Canaria gefunden haben, ist ob seiner Vergangenheit ein eher komplizierter Geselle. Halsband und Leine lässt sich der schwarze Kurzhaar-Rüde nur von Elwine Gaubatz anlegen. Weil das nicht seine einzige Macke ist, braucht er einen Chef oder eine Chefin mit Hundeerfahrung und am besten einen weiteren Artgenossen. Außerdem darf „Benny“ weder in einer Wohnung noch in einem Zwinger gehalten werden. Am besten wäre er auf einem Bauernhof aufgehoben. Doch den haben die Tierschützerinnen noch längst nicht gefunden. Immerhin: „Benny“ ist geimpft, gechippt und kastriert.

Wer sich trotz hoher Anforderungen nicht schrecken lässt: Karin Milde, Tel.: 06074/93449, und Elwine Gaubatz, Tel.: 0172/6915130, freuen sich über Interessenten.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Löw, Michael

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