Platz an der Sonne behaupten

Politische Großwetterlage lässt CDU Rödermark kalt

Rödermark - Flüchtlingskrise und Knatsch mit der Schwesterpartei: Bundespolitisch bläst der CDU ein scharfer Wind ins Gesicht. Von Michael Löw 

Trotz der Großwetterlage sind die Rödermärker Christdemokraten aber optimistisch, bei der Kommunalwahl das Ergebnis von 2006 - 41 Prozent - mindestens zu halten. Helfen soll das zwölfseitige Programm „Stark für unsere Stadt“. Fraktionsvorsitzende Michael Gensert hat mit den Stadtverordneten Ralph Hartung, Michael Spieß und Dr. Alexander Görlich die Leitlinien entworfen, mit denen die CDU am 6. März ihre Position als stärkste Kraft im Stadtparlament verteidigen will. Naturgemäß enthält ein solches Wahlprogramm viel Allgemeinplätze wie „Auf Dauer ist mit Ausgabendisziplin allein die Konsolidierung des Haushaltes nicht sicherzustellen. Starke Finanzen und starke Investitionskraft basieren auf einer starken Wirtschaft vor Ort.“. Aber auf etlichen Gebieten von Finanzen über Stadtentwicklung, Kultur oder Verkehr definiert die CDU konkrete Ziele.

Bei Gewerbeflächen fährt sie zweigleisig: Zum einen sollen Industriebrachen wie das Perlite-Werk hinterm Badehaus in Urberach oder wenig ausgelastete Immobilien wie der Gewerbepark im Industriegebiet Ober-Roden wiederbelebt werden. Zum andern will die CDU alle Möglichkeiten ausschöpfen, die der regionale Flächennutzungsplan der Stadt lässt. Dazu zählen der Hainchesbuckel in Urberach oder das Dreieck zwischen Kapellenstraße, Rödermarkring und Frankfurter Straße. Sollte das nicht möglich sein, will die CDU dort Wohnbebauung erlauben.

Die CDU tritt für eine „vorausschauende Bodenbeschaffungspolitik“ ein, um bei der Ausweisung neuer Baugebiete Grundstücksspekulationen zu verhindern. Im Klartext: Die Stadt kauft über einen Partner wie die Hessische Landgesellschaft sämtliche in Frage kommenden Flächen auf und verkauft sie dann weiter.

Wohnungsbau in Rödermark soll alle Bedürfnisse befriedigen. Nötig seien sowohl Bauplätze fürs klassische Einfamilienhaus als auch Grundstücke für betreutes Seniorenwohnen, innovative Konzepte für Familien mit kleinen Kindern oder Sozialwohnungen. Die sollen über das ganze Stadtgebiet verteilt werden.

Breiten Raum im CDU-Programm nimmt die Belebung der Ortskerne ein - ein „schwieriges Unterfangen“, wie Gensert einräumt. Der Bedarf nach bezahlbarem und qualitativ gutem Wohnraum ist groß, die Investitionslust vieler Hausbesitzer hält sich dagegen in Grenzen. Die CDU will deshalb prüfen, ob in Sanierungsgebieten Steuererleichterungen in Form höherer Abschreibungen Abhilfe schaffen. Über die Notwendigkeit einer detaillierten Bauleitplanung - und weiteren Regulierungen - will die CDU mit Eigentümern und Anliegern diskutieren.

Die lustigsten Wahlkampf-Pannen der Politiker

Das Gelände vor der Kulturhalle muss nach Ansicht der CDU als „Veranstaltungsarena“ ausgebaut werden. Einen ersten Vorstoß in diese Richtung hat die schwarz-grüne Koalition schon 2012 unternommen. Im Wahlprogramm steht aber auch eine Forderung aus längst vergangenen schwarz-gelben Zeiten: schnelles Internet für ganz Rödermark. Aus dieser Phase stammt auch ein eigenständiges Gymnasium mit den Schwerpunkten Technik, Naturwissenschaften und/oder Mathematik.

Die hohe Qualität der Kindergärten und Schulkindbetreuung will die CDU unter anderem durch den Ausbau von Kinderkrippen weiter verbessern. Dazu sollen die Eltern ihren finanziellen Beitrag leisten. Die CDU spricht sich für regelmäßige Erhöhungen aus, um Gebührensprünge von bis zu 30 Prozent wie in den vergangenen Jahren zu vermeiden. Eltern sollen dabei nicht überfordert werden.

Das Wort Koalition taucht auf zwölf Seiten Wahlprogramm übrigens kein einziges Mal auf, obwohl CDU und AL seit 2011 reibungsarm und geräuschlos zusammenarbeiten. „Jeder kämpft für sich. Für taktische Überlegungen ist kein Spielraum“, gibt Michael Gensert als Wahlkampfdevise aus. Was nach dem 6. März kommt, bleibt offen.

Das vollständige Programm steht auf der Internetseite www.cdu-roedermark.de unter „Weitere Informationen zur Kommunalwahl“.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild:  dpa

Kommentare