Anwohner der Babenhäuser Straße klagen über Raser

Radarblitzer vor jeder Haustür?

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Ober-Roden - Autofahrer rasen durch die Babenhäuser Straße, sagen Anwohner. Tempomessungen bestätigen dies nicht, hält das Ordnungsamt dagegen. Die innerörtliche Nord-Süd-Verbindung ist wieder einmal für eine Diskussion über Verkehrssicherheit gut.

Die schnurgerade Babenhäuser Straße verführt Autofahrer zum Rasen. Das jedenfalls beklagen Anwohner.

„Es ist gemeingefährlich, was Raser in unserem Wohngebiet veranstalten“, schimpft eine Frau, die am südlichen Ende der Babenhäuser Straße wohnt. Weil sie immer wieder von PS-Rowdys bedrängt wird, möchte sie ihren Namen öffentlich nicht nennen. Rücksicht ist ihrer Ansicht nach ein Fremdwort. Als Tempo-30-Fahrerin werde sie von Rasern quasi von der Straße geschoben und beschimpft. Zwei hätten ihr schon gedroht „Wir ziehen dich aus dem Auto raus!“ Die Anwohnerin wäre froh, wenn sich Autofahrer in der Tempo-30-Zone wenigstens an die „normale“ Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern innerhalb geschlossener Ortschaften halten. Doch auch dieses Tempolimit werde stets ignoriert: „Hier wird hirnlos Gas gegeben, da interessieren weder spielende Kinder noch alte Menschen.“ Sie schätzt den Anteil der Raser „mit großer Sicherheit“ auf 80 Prozent. Warum stellt die Stadt ihr Radargerät lieber am Rödermarkring als im Wohngebiet auf?, fragt die Frau und liefert die Antwort nach: Dort bringt der kommunale Blitzer mehr Geld.

Das Ordnungsamt hatte zuletzt am 13. Oktober zwischen 14 und 17 Uhr in der Babenhäuser Straße kontrolliert, erklärte Erster Stadtrat Jörg Rotter gegenüber unserer Zeitung. In dieser Zeit fuhren nach Auskunft von Ordnungamtsleiter Artur Singer 162 Autos an der Messstelle in Höhe des Motzenbruch-Kindergartens vorbei. 30 waren zu schnell - das entspricht einem Anteil von 18,5 Prozent. Der Spitzenreiter hatte 48 Stundenkilometer auf dem Tacho.

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In dieser Woche hatte die Ordnungspolizei zum Beispiel auch vor der Nell-Breuning-Schule und im Breidertring kontrolliert. Der Anteil der Temposünder lag mit 27,2 beziehungsweise 28 Prozent wesentlich höher als in der Babenhäuser Straße. „Jeder hätte gern, dass wir vor seiner Haustür blitzen“, weiß Rotter natürlich um den Vorwurf, dass das Radargerät immer an der falschen Stelle aufgebaut wird. Aber die sensibelste Stelle in der Babenhäuser Straße sei nun einmal der Kindergarten.

Rotter weist zudem darauf, dass im personell ohnehin ausgedünnten Ordnungsamt nur ein Mitarbeiter die sogenannte Bestellung hat, das Radargerät zu bedienen. Ohne eine solche Bestellung wären Messungen ungültig; selbst Raser, die die Höchstgeschwindigkeit um 30 oder mehr Stundenkilometer übertreten, kämen dann ungeschoren davon. Die Stadt lässt eine weitere Mitarbeiterin schulen, um häufiger blitzen zu können. (lö)

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Quelle: op-online.de

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