Keine Nachtruhe und Drohungen für Nachbarn

Randalierende Partylöwen im „Schillerwäldchen“

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Der Waldfestplatz wird immer mehr zur nächtlichen Partyzone, die ungebetene Besucher in den Breidert lockt. Überall auf dem Gelände liegen Scherben und Flaschen; Verkehrsschilder und die Schranke an der Zufahrt sind ebenso wenig vor den Rowdys sicher wie die Kamine der Dunstabzugshauben auf dem Hüttendach.

Ober-Roden - Wochenende für Wochenende steigen im „Schillerwäldchen“ nachts wilde Partys. Nachbarn klagen nicht nur wegen des Krachs und der Gefahr, die von unkontrollierten Lagerfeuern ausgeht: Sie befürchten auch, „eine aufs Maul“ zu bekommen, wie ihnen Unruhestifter schon gedroht haben. Von Michael Löw

Stadt und Polizei müssen ihrer Ansicht nach ein- und durchgreifen. Die beiden Männer sehen nicht so aus, als ließen sie sich von jedem 16- oder 18-Jährigen einschüchtern. Aber sie wohnen neben dem Ober-Röder Waldfestplatz und bekommen nächtliche Feten unmittelbar zu spüren. Deshalb wollen sie weder ihren Namen noch ihre Fotos in der Zeitung sehen. Sie befürchten Racheakte wie die Attacke mit 20 Eiern, die gegen ein Haus klatschten, dessen Besitzer einmal die Polizei gerufen hatte. „Hier gab’s immer wieder mal Zauber. Aber so schlimm wie dieses Jahr war’s noch nie“, schimpfen die Nachbarn. Sie schätzen, dass sich je nach Wetter 25 bis 40 Jugendliche und junge Erwachsene im „Schillerwäldchen“ tummeln - vorzugsweise freitags- und samstagnachts und oft bis um 4 Uhr in der Frühe. Für die Bewohner der Häuser am Waldrand klingt das Wort Nachtruhe schon seit Monaten wie Hohn: „Sobald die Lichter ausgehen, rumort es hinter den Häusern!“

Seit Sommer haben sie eine lange Sündenliste zusammengetragen und sowohl Stadt als auch Polizei gemeldet. Am vergangenen Wochenende bogen die Partygänger die Schranke auf, um sich die 80 Meter Fußweg vom Parkplatz zur - immerhin offiziellen - Feuerstelle zu ersparen. Dort zündeten sie ein großes Feuer an, dessen Reste die Nachbarn noch am Montagmorgen vor sich hin qualmen sahen. Den Brennstoff haben sie vom Kaminholzstapel eines Nachbarn geklaut, zwei Raummeter beträgt sein Verlust. Im Sommer loderten die Flammen einmal bis unters Dach des Waldfestpavillons.

Böller explodieren auch ohne gewonnene Fußballweltmeisterschaften und lange vor Silvester. Etliche zerdepperte und einige unzerbrochene Flaschen liegen auf dem ganzen Gelände herum, auf dem auch der Kindergarten „Die Waldkobolde“ zuhause ist. Umgetretene Verkehrsschilder, verbeulte Abzugskamine und ein aufgebrochenes Gartentürchen komplettieren das Sündenregister - vorläufig. „Die ganze Meute schlägt dich irgendwann zusammen“, befürchtet einer der Männer. Stadt und Polizei tun in ihren Augen viel zu wenig. Die Polizei kann allerdings nur eingreifen, wenn die Stadt von ihrem Hausrecht Gebrauch macht und rund um den Waldfestplatz „Betreten verboten“-Schilder aufstellt. Am liebsten würden die Nachbarn den Waldfestplatz, auf dem ohnehin nur noch der Volkschor am Vatertag feiert, ganz dicht machen.

In der Nachbarstadt Rodgau war die Jügesheimer Waldfreizeitanlage jahrelang eine illegale Partyzone. In bestimmten Nächten kontrollierten dort Polizei, Ordnungsamt und ein privater Sicherheitsdienst und schickten die ungebetenen Besucher weg. Da ging’s allerdings um mehrere hundert und nicht um ein paar Dutzend nächtliche Gäste.

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Quelle: op-online.de

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