Familienunternehmen in der vierten Generation

Raumgestaltung Wunderlich aus Urberach feiert 140. Geburtstag

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45 Jahre ist Norbert Pfeifer bei der Firma Wunderlich, 25 Jahre Murtaza Karademir. Firmensenior Gottfried Wunderlich, sein Sohn Claus und Daniela Süß-Wunderlich sowie Innungsobermeister Ingo Dries (2. von rechts) dankten den Arbeitsjubilaren.

Urberach - Stolze 140 Jahre alt ist das Familienunternehmen Wunderlich Wandgestaltung. Gegründet wurde es als Bau- und Malerfirma, die aber weit mehr kann als nur Wände verschönern.

Wunderliches gibt’s so manches in Urberach; darunter auch mehrere Familien gleichen Namens. Sie sind aber nicht alle verwandt, obwohl sie sich dem schönen Heim verschrieben haben: die einen als Raumausstatter, die anderen als Maler. Genau diese Firma feiert in diesem Jahr 140. Geburtstag. Claus Wunderlich leitet den Betrieb mit seiner Frau Daniela Süß-Wunderlich in vierter Generation. Sein Urgroßvater Martin hatte 1876 die Bau- und Malerfirma gegründet. Dessen Sohn Friedrich führte nach dem plötzlichen Tod des Gründers mit seinem Bruder die Firma fort: der eine die Baufirma, der andere das Malergeschäft. Dessen Sohn Gottfried Wunderlich war dann der erste „reine“ Maler in der Familie.

Im Januar 2002 übergab Gottfried Wunderlich die Firma seinem Sohn Claus, der daraus eine GmbH mit dem Namen „Wunderlich Wandgestaltung“ machte – eine formale und inhaltliche Öffnung hin zu den vielen neuen Möglichkeiten. „Wir beschäftigen sechs Mitarbeiter (Gesellen und Meister), ferner eine Bauingenieurin und eine Bürokraft sowie eine freie Mitarbeiterin für Gestaltungen“, berichtet Claus Wunderlich. „In diesem Jahr haben drei Auszubildende bei uns angefangen, darunter ein junger Flüchtling Mann aus Afghanistan, worüber wir uns freuen.“

Neben dem 140. Geburtstag gab’s nun einen weiteren Grund zur Freude: In diesem Monat feiern zwei Wunderlich-Mitarbeiter ihre 45- und 25-jährige Betriebszugehörigkeit. Bei einem festlichen Essen mit allen Kollegen und deren Partnern überreichte Obermeister Ingo Dries von der Maler- und Lackiererinnung Dieburg die Urkunden. Norbert Pfeifer kam mit 15 Jahren als Maler- und Verputzerlehrling zur damaligen Firma „Gottfried Wunderlich“ – jetzt feiert er seine 45-jährige Betriebszugehörigkeit. Malergeselle Murtaza Karademir (45) kam nach seiner Lehre zu Wunderlich und ist inzwischen ein Vierteljahrhundert hier verwurzelt.

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Norbert Pfeifer in Aktion: Das Maler- und Verputzerhandwerk ist eben wirklich noch ein echtes Hand-Werk.

Was hat sich seit den Anfängen vor 140 Jahren am meisten geändert? Für Gottfried Wunderlich ist es die starke Spezialisierung. „Früher waren die Bereiche Putzer, Maler und Trockenbau ein gemeinsamer Ausbildungsberuf; heute sind das einzelne Bereiche, in denen man sich auch weiter spezialisiert. Ich habe noch alles gelernt, aber heute bleibt der Maler immer Maler, der Trockenbauer immer Trockenbauer. Dadurch und durch das lebenslange Weiterlernen wird aber die Qualität der Arbeit auch bedeutend höher“, erläutert der Seniorchef (81), der heute im Notfall mal Fahrdienste übernimmt oder Abholungen erledigt. Sein Sohn Claus sieht vor allem die Mechanisierung und die erweiterten Transportmöglichkeiten als die große Neuerung der letzten 100 Jahre, aber auch die zunehmende Internationalisierung: „Dafür sind wir schon ein gutes Beispiel, denn wir haben langjährige türkische Mitarbeiter und einen afghanischen Auszubildenden. Doch so viel wir auch spezialisieren und rationalisieren: Das, worauf es wirklich ankommt, machen wir immer noch von Hand – das Malergeschäft ist ein echtes Handwerk“, freut sich Claus Wunderlich und wird von Innungsmeister Ingo Dries noch bestärkt: „Die Firma Wunderlich ist seit 140 Jahren offensichtlich ein echtes Erfolgsmodell!“

Wunderlich Wandgestaltung GmbH, Siemensstraße 16 Urberach; www.wunderliches.de. chz

Quelle: op-online.de

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