Kinderschutzbund sucht Zwei-Zimmer-Wohnung

Raumnot plagt die Tagesmütter

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19 Tagesmütter betreuen in Rödermark 39 Kinder. Normal tun sie das zuhause. Doch wenn eine von ihnen verhindert ist, springt eine Vertretungskraft im Haus Am Mühlengrund kurzfristig ein.

Rödermark - Kleine, bezahlbare Wohnungen sind Mangelware. Das bekommen nicht nur Mieter mit schmalem Geldbeutel zu spüren, sondern auch der Kinderschutzbund. Der sucht seit einem Jahr eine Wohnung, in der Tagesmütter Kinder betreuen können. Von Michael Löw

Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) hat Anfang 2012 im Haus Am Mühlengrund eine Außenstelle für die Tagespflege eingerichtet. In einer so genannten Vertretungswohnung betreut eine Tagesmutter kurzfristig bis zu fünf Kinder, wenn deren Stamm-Tagesmutter wegen Krankheit oder Urlaub ausfällt. Die Stadt hatte dem DKSB die 33 Quadratmeter große Wohnung im ehemaligen Altenwohnheim kostenlos überlassen. Zunächst für zwölf Monate, doch der Mietvertrag verlängerte sich mehrmals. Dabei entsprach die Wohnung nicht 100-prozentig den Anforderungen des Kinderschutzbundes. „Sie befindet sich im zweiten Stock, und da ist es schwierig, mit den Kindern rauszugehen“, sagt Vorsitzender Robert Flisar.

Seit gut einem Jahr sucht er mit Hilfe einer Maklerin und der Stadt Ersatz. Wichtigste Bedingung: Die neue Vertretungswohnung sollte im Erdgeschoss oder Souterrain liegen und möglichst Zugang zum Garten oder Hof haben. Der Stadtteil spielt keine Rolle. Als Mindestgröße nennt Flisar 50 Quadratmeter inklusive Küche, Bad und einem separaten Schlafzimmer. Die Warmmiete sollte 400 Euro nicht übersteigen, Vermieter und/oder Mitbewohner sollten überdurchschnittlich viel Verständnis für Kinder haben. „Die Wohnung wird nur an Werktagen tagsüber benutzt. Am Wochenende und abends ist sie leer“, preist Robert Flisar den DKSB als ruhigen Mieter an. Zudem bekomme der Vermieter pünktlich und regelmäßig sein Geld, denn die Stadt trägt die Kosten. Klingt einfach, ist’s aber nicht. Günstige Wohnungen sind schnell vermietet und liegen oft im Dachgeschoss. Außerdem ist die „Konkurrenz“ groß: Paare mit niedrigem Einkommen, alte Menschen und Flüchtlinge suchen genau diese Größe und Preisklasse.

Als Alternative kann sich Robert Flisar auch leere Büros oder Gewerberäume vorstellen. Die müssen dann aber kindgerecht umgebaut werden. Immerhin steht der Kinderschutzbund nicht unter ganz großem Zeitdruck - sprich: der Kündigung durch den Vermieter: „Wir wollen den DKSB keinesfalls aus dem Haus Am Mühlengrund herausdrängen“, sagte Sozialdezernent Jörg Rotter gegenüber unserer Zeitung.

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Quelle: op-online.de

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