Schönstes Spätsommerwetter bringt Ober-Roden in Feierlaune

Im Riesenrad Auge in Auge mit Kerbbaum

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16 Meter hoch und mit einem Hau-Ruck von den Kerbburschen in die Höhe gestemmt: der Ober-Röder Kerbbaum.

Ober-Roden - Die Tradition hat Ober-Roden wieder einmal ein Wochenende lang fest im Griff – aber auf angenehme Art und Weise. Kerb wird hier im Ort gefeiert wie früher, mit vielen seit Jahren immer wieder ausgegrabenen kleinen Programmpunkten, die liebevoll zelebriert werden.

Dafür sorgt vor allem der Kerbverein, der nach dem großen und so erfolgreichen 25-Jahre-Jubiläum im Sommer noch im Feiermodus ist und vieles geregelt hat. Für den Rest sorgen Vereine wie etwa TG und Germania, die Kolpingsfamilie oder das Après-Ski-Komitee, aber auch die Stadt und natürlich die Schausteller, die der Kerbmeile erst das richtige Flair verpassen. Wenn dann noch das Wetter Ende September so genial mitspielt, ist in Ober-Roden doch einiges los unterm Kerbbaum. Unermüdlich kreist auch das neue Prunkstück am Marktplatz und zieht die Blicke auf sich: das nachgebaute alte Dampf-Riesenrad, das Schausteller-Urgestein Peter Stein in Salzgitter aufgetrieben hat bei Ingo Beu, der den Rödermärkern sonst vom Kasperltheater bekannt ist. Die gemütliche Fahrt ermöglicht aus den schaukelnden Gondeln heraus einen vergnüglichen Blick hoch über den Ortskern hinweg und findet regen Zuspruch, ähnlich wie allabendlich der Autoscooter und dank des Traumwetters auch das Kinderkarussell.

Abends ist auf der Ober-Röder Kerbmeile immer voll. Besonders dicht umlagert war das Nostalgie-Riesenrad.

Auch in den Zelten von Germania und TG Ober-Roden wird’s erst abends richtig voll, wenn Musik im Zelt oder von der kleinen benachbarten Bühne locken. Am Grill der TG stehen Fastnachtsprinzessinnen zu Hauf und sorgen für ihre hungrigen Kunden. Am benachbarten Bauwagen der Après-Ski-Kommission geht’s drinnen und draußen feuchtfröhlich zu. Die Kerbburschen - vier neue und der Rest schon erfahrene – haben ihr Domizil im „Dinjerhof“, wo am Freitagabend nichts mehr ging. Die Kerberöffnung des Heimat- und Geschichtsvereins und sein Dialektprogramm von Wolfgang Seitz bis Norbert Köhler im Duett mit Peter Knapp trieben mehrere hundert Zuhörer in den Hof und in die Pfarrgasse. Dort genossen sie teilweise quietschend vor Vergnügen den zweiten Akt des wieder aufgelebten Kerbtheaters und anschließend die Ausgrabung der Kerb. Dem Sarg entstieg die nach dem Jubiläumsfest zur Ruhe gebettete Kerbpuppe. Vor ihr schworen die Kerbburschen ihre selbst getexteten Eide.

Der Samstag führte die Tradition fort. Drei neue „Zwetschgenbäume wachsen nun im Kerbwald hinter der TG: einer vom Kerbverein aus Dank für 25 gelungene Jahre, zwei weitere für den jüngsten Nachwuchs im Kerbverein, Ben Schrod und Tim Walz. Mit Schwung und ohne Probleme stand der 16 Meter hohe Kerbbaum bald schon auf dem Markplatz, und auch das letzte Kerbfass, das Roland Kern als Bürgermeister anstach, widersetzte sich dem nicht. Im traditionellen Kerbgottesdienst bei Pfarrer Elmar Jung in St. Nazarius wurde es noch einmal etwas ruhiger, ehe Kerbburschen und Gemeinde ins Kerbgeschehen abtauchten.

Fotos zur Kerb 2016 in Ober-Roden

Musik auf dem Marktplatz, im Germania-Zelt und überall dazwischen, Biergartenatmosphäre vom „Dinjerhof“ (wo diesmal auch der Wein zuhause war) bis zur Kirche und zum Rathausplatz. Und überall die Schilder, die auf das Verbot des Mitbringens von Getränken auf die Kerbmeile warnten – hoffentlich taten sie ihre Wirkung; der Sicherheitsdienst agierte jedenfalls sehr unauffällig. Voll bis übervoll waren hoffentlich ausschließlich die Mülleimer, die schon bei Einbruch der Dunkelheit überquollen und mit einem dichten Kranz von Abfällen umgeben waren. Sie waren ein deutliches Zeichen, dass die Festgäste bemüht waren, aber einfach keinen Platz für ihre Abfälle fanden. Vielleicht fasst die Stadt ja einen guten Vorsatz für die nächste Kerb: Häufiger die Müllsäcke wechseln – zufriedene Bürger lohnen es. chz

Quelle: op-online.de

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