Interview über mögliche Hintergründe

Viermal Randale in einer einzigen Nacht

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So wüst sah es nach wilden Partys an der Triftbrücke In Ober-Roden (Foto) und im Wald südlich des Wohngebietes Breidert aus.

Rodgau/Rödermark - Was treibt Leute dazu, sich am Eigentum anderer zu vergreifen? Viermal gab es in einer einzigen Nacht Randale in Rodgau und Rödermark.

Viermal Randale und Zerstörung in nur einer einzigen Nacht: dreimal in Rödermark, einmal in Rodgau. Redaktionsleiter Bernhard Pelka sprach mit dem Leiter des Caritas-Beratungszentrums Ost, Karlheinz Busse, über mögliche Hintergründe der Sachbeschädigungen.

Was verbirgt sich hinter solchen Taten? Ist das mehr als Übermut, Langeweile und Aggression? 

Ich denke, das sind junge Menschen, die haben eine blöde Idee und ziehen los. Dann fehlt meist einem in der Gruppe die Courage zu sagen: „Lasst uns aufhören“. Da steckt mehr dahinter als Aggression. Das ist eine massive Grenzüberschreitung und eine problematische Form, die Selbstwertgefühle zu steigern. 

Warum vergreift sich jemand an fremdem Eigentum?

Das sind Leute, die sich außerhalb der Gesellschaft stellen. Ihre Tat ist eine klare Absage an gesellschaftliche Regeln. Das ist Frustabbau. Man will das Eigentum ja nicht für sich selbst haben aus Neid, sondern man will das Eigentum anderer zerstören. Dann hat keiner etwas davon.   

Im Fall von Wandschmierereien geht die Polizei manchmal dazu über, dass die Täter ihre Spuren selbst beseitigen. Ist das besser, als die klassischen Sanktionen wie zum Beispiel Geldstrafen? 

Das gefällt mir ausnehmend gut. Das ist eine Art von Pranger. Und das nicht im schlechten Sinne. Das böte sich als eine Art der Wiedergutmachung auch nach Ladendiebstählen an. Denn die Geldstrafen zahlen ja in der Regel die Eltern. 

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Sofern Sie einen Jugendlichen in der Beratung hätten, der nachweislich zum Täterkreis gehört, wie würden Sie mit ihm umgehen? 

Zunächst würde ich die Biografie des jungen Menschen klären. Hat er von Zuhause eine Werteorientierung mitbekommen, sodass man davon ausgehen kann, dass das ein Ausrutscher war? Die nächste Frage wäre, wie das soziale Umfeld ist, denn solche Taten haben immer etwas mit Gruppe zu tun. Wie kann man ein anderes soziales Umfeld schaffen? 

Quelle: op-online.de

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