Die Trends der Zukunft im Blick

Rödermärker Firma Beltron produziert UV-Trockner

+
Andreas Geyer (links) und sein Bruder Thomas (rechts) zeigen in ihrer Firma Beltron in Rödermark einen sogenannten UV-Trockner. Im Hintergrund steht ihr Vater und Firmengründer Dieter Geyer.

Rödermark - Druckfarben und Lacke finden sich auf vielen Dingen des täglichen Lebens - vom Kugelschreiber bis zum Auto. In der Produktion müssen sie getrocknet werden, rasch und umweltfreundlich. Dabei helfen Maschinen der Firma Beltron aus Rödermark. Von Marc Kuhn 

Viele Baugruppen sind auf der Leiterplatte untergebracht. In einer Maschine wird sie bewegt. Schließlich wird eine Flüssigkeit aufgetragen. „Jetzt kommt unser Trockner“, sagt Andreas Geyer, der das Video vorführt, um zu zeigen, womit die Firma Beltron ihr Geld verdient. Ein sogenannter UV-Strahler leuchtet auf. Als die Leiterplatte Sekunden später die Maschine verlässt, ist die Flüssigkeit getrocknet. Beltron baut Anlagen, in denen mit ultraviolettem (UV) Licht Substanzen getrocknet werden. Weltweit werden sie ausgeliefert, wie Geschäftsführer Geyer erklärt, der mit Bruder Thomas Geyer das Unternehmen leitet.

In diesem Jahr feiert die Firma ihr 50-jähriges Bestehen. Gegründet wurde sie 1966 von Dieter Geyer, dem Vater der Geschäftsführer, in Offenbach. Hergestellt wurden zunächst Xenon-Lampen für Kopierer und Kameras. Seit Ende der 70er-Jahre konzentrierte sich Beltron auf UV-Strahlungstrockner. In dieser Zeit zog der Betrieb auch nach Rödermarkt um. Seit ungefähr zehn Jahren wird Beltron von den Brüdern Andreas und Thomas geleitet. Der Vorteil ihrer Firma ist die Tiefe der Wertschöpfungskette. „Von der Konstruktion über den Gehäusebau, die Lackierung und die Endmontage machen wir alles“, berichtet Andreas Geyer. Lacke, Farben und Klebstoffe können zum Beispiel mit den Maschinen von Beltron getrocknet werden. Wenn UV-Licht eingesetzt werde, seien sie innerhalb von Sekunden trocken, erläutert Thomas Geyer, der Elektrotechnik studiert hat. Das Verfahren ist nach seinen Worten umweltfreundlich, weil keine Lösungsmittel eingesetzt werden. Zudem könnten wegen der hohen Geschwindigkeit beim Trocknen mehrere Farben auf Produkte aufgetragen werden. Die Anwendungsmöglichkeiten der Anlagen in der Industrie seien nahezu unerschöpflich, sagt Geyer. Vom Feuerzeug bis zur Glasplatte werde alles bedruckt. „Ein Riesenspektrum.“ Die Maschinen aus Rödermark seien beispielsweise in der Elektro-, Verpackungs-, Textil-, Pharma-, Druck- und Holzindustrie gefragt, erklärt Andreas Geyer. „Sehr stark sind wir auch in der Automobilindustrie vertreten“, berichtet er. „Überall, wo gedruckt wird, sind wir dabei“, ergänzt sein Bruder.

Wisch und weg - Vier Probleme im Bad und ihre Lösungen

Zum einen werden Standartanlagen hergestellt. Aber: „Unsere Stärke sind Sonderanfertigungen, die speziell auf die Wünsche der Kunden zugeschnitten werden“, berichtet Thomas Geyer. Er betont, dass Beltron zudem die Software selbst entwickelt, „das macht nicht jeder“. So ist auch ein Austausch der Daten im restlichen Netzwerk des Kunden möglich. Und die Ansprüche der Auftraggeber steigen. „Die Steuerungstechnik entwickelt sich immer weiter bis hin zu automatisierten Produktionslinien“, erläutert der Geschäftsführer.

Wie viele Maschinen im Jahr die Hallen an der Siemensstraße verlassen, können die Brüder nicht genau sagen. Schließlich werden kleine Anlagen, aber auch sehr große produziert, für die viel Zeit aufgewendet werden muss. Auch zur Höhe des Umsatzes schweigen sie. Im vergangenen Jahr hätten sich der Erlöse verdoppelt, verrät Andreas Geyer. „Im Moment werden wir überrannt. Der Aufschwung der vergangenen ein, zwei Jahre ist nicht an uns vorbeigegangen.“

Und bei den Maschinen geht der Entwicklung immer weiter. Der Trend geht weg vom konventionellen UV-Licht in den Trocknern. „Die Zukunft ist LED.“, sagt Geyer. Mit der LED-Technologie können die Kunden der Rödermärker eine Menge Energie in der Produktion sparen - beim Trocknen und bei der Kühlung der Maschinen. Allerdings müssen auch die Farben an das LED-Licht angepasst werden, weil es ein anderes Spektrum hat, wie Thomas Geyer erklärt. Deshalb arbeitet seine Firma eng mit den Herstellern zusammen.

Quelle: op-online.de

Kommentare