Rödermark und Dietzenbach arbeiten zusammen

Polizeihelfer aus drei Ländern

+
Das Auto ist zwar schön, dient aber nur als Hintergrund fürs Foto. Rödermarks neue Polizeidiensthelfer sind zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Emel Yildirim, Horst Schmidt und Olga Safran (von links) wurden von Bürgermeister Roland Kern (rechts) und weiteren Mitarbeitern von Polizei und Stadt begrüßt.

Urberach - Fünf Bürger aus drei Nationen starten in diesen Tagen ihren freiwilligen Polizeidienst. Neben der Russin Olga Safran und der Türkin Emel Yildirim sind dies Horst Schmidt, Jens Kohl und Jürgen Broszat.

So unterschiedlich wie ihre Herkunft sind auch ihre Berufe: IT-Angestellter, Ordnungspolizist in einer anderen Stadt, Arbeiterin, Empfangsdame. Gute Kunde für Rödermark: Pro Monat gehen fünf freiwillige Polizeihelfer jeweils bis zu 20 Stunden zum Wohl der Gemeinschaft auf Streife. Sie sind nach Feierabend immer zu zweit unterwegs¸ ihre Dienstpläne aktualisieren sie über eine Handy-App.

Die Ordnungshüter bekamen von Polizeioberkommissar Udo Rebel von der Wache in Dietzenbach und von Artur Singer, dem Leiter des Bürgerbüros, ihre Ausrüstung: Uniform mit Namensschildern und Dienstbezeichnung, Stadtpläne, Fotoapparat, Verwarnungszettel, Taschenlampen und - für Notfälle - Pfefferspray.

Ein Stück mehr Sicherheit

„Sie sorgen mit Ihrer Präsenz für ein Stück mehr Sicherheit in der Stadt“, freute sich Bürgermeister Roland Kern. „Wir sind ja nicht wirklich ein Schwerpunktgebiet, aber der Neustart ist dennoch gut für uns alle.“ In den vergangenen Jahren hatte der freiwillige Polizeidienst in Rödermark mangels Helfern „geruht“. Nun sind im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit die neuen Verträge erst einmal fünf Jahre finanziell abgesichert: fünf Stellen in Rödermark und acht in Dietzenbach, wobei sich die Polizeidiensthelfer untereinander aushelfen - zu „Stoßzeiten“ wie etwa den Fastnachtszügen.

„Derzeit sind Sie für uns als Stadt kostenneutral, doch auch, wenn Sie uns etwas kosten würden oder die Verträge nach fünf Jahren nicht verlängert würden, werden wir Sie weiter finanzieren: Sie sind schließlich unser Aushängeschild“, betonte der Bürgermeister.

40 Stunden an sechs Wochenende wurden die neuen Mitarbeiter geschult. Zu Fuß oder per Dienstfahrrad sind sie jetzt unterwegs. Sie gehen neuralgische Punkte wie den Bahnhof Urberach, das Gelände hinterm Badehaus oder den Oberwiesenweg nach Ober-Roden ab, zeigen Präsenz und vermerken Auffälligkeiten, können auch Parksünder notieren. Vor allem aber haben sie stets einen kurzen Draht zu Polizei oder Ordnungsamt.

Eine kleine Aufwandsentschädigung von sieben Euro pro Stunde ist ihr Lohn: „Ich wollte immer schon gerne zur Polizei und möchte mich später auch beruflich in diese Richtung orientieren“, begründet Emel Yildirim. „Ich habe mich auch schon immer dafür interessiert und kann mir diese Art der Hilfe für die Bürger gut vorstellen“, sagt Horst Schmidt aus Messel. Sprach’s und startete gleich seinen ersten Dienst.

Welches Duo wann, wo und wie lange auf Streife geht, entscheidet Polizeioberkommissar Rebel in Dietzenbach. Ihren Dienst treten die Polizeihelfer aber vom Urberacher Rathaus an. J chz/lö

Quelle: op-online.de

Mehr zum Thema

Kommentare