Gewerbeverein strukturiert sich um

Einzelhandel weicht Dienstleistern

Rödermark - Der Gewerbeverein will seinen Kurswechsel weg vom Einzelhandel forcieren. Die Zahl der Märkte, so Vorsitzender Manfred Rädlein, sinkt, während die Lobbyarbeit für einen gut aufgestellten Wirtschaftsstandort an Gewicht gewinnt. Von Michael Löw 

Interessensvertretung für den Einzelhandel? Das war einmal. Der Gewerbeverein Rödermark (GVR) orientiert sich immer stärker in Richtung Dienstleistung, Handwerk und Gastronomie. Das wirkt sich schon in diesem Jahr auf die Veranstaltungen aus: Der Herbstmarkt findet nur noch in Urberach statt, für den Adventsmarkt Ober-Roden sucht der Vorstand einen neuen Organisator. Vorsitzender Manfred Rädlein bringt die Vereine - wie beim Urberacher Nikolausmarkt - oder die Stadt ins Gespräch: „Ab 2016 werden wir uns auf den Markttag „Midde noi“ konzentrieren.“ Der ist dieses Jahr am 27. und 28. Juni.

Die Einschnitte bei den Veranstaltungen sind aber nicht nur eine Folge des Kurswechsels innerhalb des Vereins. Die Sicherheits-, Haftungs- und andere Auflagen von Stadt und Kreis werden immer größer. Gleichzeitig geht die Zahl der Ehrenamtlichen, die sich für die Märkte ins Zeug legen, kontinuierlich zurück.

Die Mitgliederzahl liegt laut Rädlein unterhalb früherer Spitzenwerte von jenseits der 200, ist aber stabil. Wenn Einzelhändler wegen Geschäftsaufgabe oder aus Altersgründen aus dem GVR austreten, rücken junge Firmen nach. Die kommen überwiegend aus den Dienstleistungsberufen und haben verstärkt Inhaber mit ausländischen Wurzeln. Auch das, so Rädlein, spiegelt den neuen Kurs wieder.

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Der Stadtregierung gegenüber will der GVR „intensive Lobbyarbeit für die Wirtschaft“ betreiben. Rädlein, bis vor wenigen Monaten Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, kritisiert, dass die schwarz-grüne Koalition hier falsche Schwerpunkte setzt. Rädlein plädiert für einen runden Tisch, an dem Gewerbetreibende, Magistrat, Wirtschaftsförderer Till Andrießen und Vertreter der Fraktionen sitzen.

Dass der Gewerbeverein ein Ansprechpartner über Rödermark hinaus ist, zeigt nach Ansicht Rädleins eine Anfrage des Babenhäuser Projektentwicklers Christian Früchtenicht, der das frühere Galvanikwerk Hitzel & Beck bebaut: Für die rund 2 000 Quadratmeter Gewerbefläche sucht er über den GVR Mieter und Käufer.

Quelle: op-online.de

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