Beim Notruf geht das Licht an

Gemarkungsbegehung führt von Bahnhof zu Bahnhof

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Wer sich auf die Bahnhofs-Dachterrasse wagte, wurde mit Fakten zum Bau und mit einer schönen Aussicht belohnt.

Rödermark - „Von Bahnhof zu Bahnhof“ hatte die Stadt ihren Gemarkungsrundgang überschrieben. Der in Urberach spielte allerdings nur als Startpunkt eine Rolle; das Interesse der Teilnehmer galt dem Bahnhof Ober-Roden. Der wird seit Monaten aufwändig renoviert.

Auf großes Interesse stieß die Gemarkungsbegehung, die die Gastgeber - Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Beldermann und Bürgermeister Roland Kern im Juli wegen der Hitze von Juli auf September verschoben hatten. War der Zuspruch am Ausgangspunkt in Urberach noch recht spärlich, so wurde er bis hin zum Ober-Röder Bahnhof immer stärker. Die Neugier auf die Einweihung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes, das der Urberacher Investor Hans-Jörg Vetter saniert, ist in der Bevölkerung groß.

Auf dem Weg „Von Bahnhof zu Bahnhof“ gab"s Stationen am Franziskushaus der Caritas, am Märktezentrum und am Schwimmbad. Dort berichteten Bürgermeister Roland Kern und Erster Stadtrat Jörg Rotter über die Verpachtung der Sauna. Hier soll voraussichtlich zum 1.Oktober ein privater Partner einsteigen und das Defizit senken. Ein Pluspunkt in Rödermarks Landschaft ist nach Ansicht des Magistrats die Berufsakademie Rhein-Main, die das Problem einer schlechten Zufahrt hat. Diese und weitere Straßenschäden lösten eine kurze, aber heftige Diskussion um das brisante Thema Straßenbeitragssatzung aus. Sie wäre eine Möglichkeit, die Reparaturkosten auf alle Bürger zu verteilen.

An den schönsten Stellen der Rodau, die den Stadtvätern zufolge genau den erwünschten Grad des „Verwilderns“ erreicht hat, unterstützte auch Michael Spieß von der Feuerwehr die These, dass die Renaturierung des Bachlaufs die Hochwassergefahr für Ober-Rodens Keller reduziert hat. „Ein bedeutender Ort in unserer Stadt“ - dieses Lob wurde auf dem weiteren Weg der ökumenisch betreuten Weidenkirche zuteil, die am Vortag erst wieder fünf neue Bänke - zumeist aus Spendengeldern finanziert - bekommen hatte.

Bilder: Bahnhof des Jahres 2015 in Marburg

Zügig ging"s weiter zum „gefühlten“ Höhepunkt des Rundgangs, dem Ober-Röder Bahnhof. Bei Getränken erinnerten Bauherr Vetter und Bürgermeister Kern an die Anfänge der Zusammenarbeit und daran, dass ein Bahnhof immer eine ganz eigene Geschichte hat.

Die weitgehend fertig gestellten Wohnungen und Büros im ersten und zweiten Stock waren nur von außen zu betrachten, wohl aber zeigte Hans-Jörg Vetter mit wenigen Handgriffen einige sicherheitstechnisch und ökologisch fortschrittliche Neuerungen am ganzen Haus. Die Rollladen ließen sich vom Bistrotisch auf der gegenüberliegenden Straßenseite aus per Handy bedienen; bei einem Notruf gehen sofort die Lichter an und die Rollos auf - eine Hilfe, die sich die anwesenden Feuerwehrleute für weit mehr Gebäude wünschten. Beeindruckt durch die Kombination aus Erinnerungen und dem neuen Aussehen waren die Rundgang-Teilnehmer beim Betreten des Parterres. Im mittleren Flügel ist jetzt ein lichter Durchgang direkt zu den Gleisen möglich; der angebaute nördliche Gastronomie-Flügel mit seinen großen Glasfronten ist ebenso lichtdurchflutet und von seiner ovalen Gestaltung her architektonisch interessant.

Im Gespräch untereinander hatte fast jeder noch Erinnerungen parat, meist aus der Schulzeit oder dem Berufsleben. Hans-Jörg Vetter hat noch eine Bitte an die Bevölkerung. Er freut sich über Geschichten, die sich rund um den Ober-Röder Bahnhof erhalten oder die die Bürger selbst erlebt haben. Er möchte sie sammeln und weitergeben.

chz

Quelle: op-online.de

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