Spitzenplatz hat seinen Preis

Rödermark liegt bei U3-Betreuung im Kreis ganz vorn

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Rödermark - Jedes dritte Kind unter drei Jahren hat in Rödermark einen Betreuungsplatz. Das ist ein Spitzenwert im Vergleich der Kreiskommunen, der allerdings viel Geld kostet: Die Stadt subventioniert jeden Platz jährlich mit 10 .640 Euro. Von Michael Löw 

655 kleine Rödermärker sind zwischen einem und drei Jahren jung. Für 219 von ihnen gibt es Betreuungsplätze, das entspricht einer Quote von 33,5 Prozent. „Die Stadt konnte durch den Ausbau der U3-Betreuung in den letzten Jahren den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz sichern“, sagt Erster Stadtrat Jörg Rotter. Mit einer Quote von 33,5 Prozent liege Rödermark kreisweit an der Spitze. Zur Breite kommt die Vielfalt: „Freie Träger, städtische Einrichtungen und die Tagespflege ermöglichen darüber hinaus unterschiedliche Angebote und konzeptionelle Schwerpunkte.“ Die Stadt hat nach Auskunft von Sozialdezernent Rotter 29 U3-Plätze in drei Kitas. Den weit größeren Rest gibt es in den Einrichtungen freier Träger: Johanniter, „Stoppelhobser“, AWO, Verein für Erziehungs- und Familienfragen (VEF), „Rappelkiste“. Sie betreiben Einrichtungen, die die Stadt gebaut oder renoviert hat. Sie lässt sich die U3-Betreuung pro Jahr mehr als 2,3 Millionen Euro kosten. Auf den einzelnen Platz umgerechnet, sind das jährlich 10 640 Euro, die die Stadt in frühkindliche Bildung investiert.

Am Samstag, 4. Juli, stellen sich alle U3-Einrichtungen sowie die Tagespflege des Deutschen Kinderschutzbundes und der städtische Familiendienst „Römkids“ von 13 bis 17 Uhr den Eltern vor. Sie können der Odenwaldstraße 70 den im Februar 2014 eröffneten Doppel-Minikindergarten besichtigen. Die „Stoppelhobser“ betreuen 24 Kinder in zwei Gruppen. Im Krippenhaus „Herzenskinder“ der Arbeiterwohlfahrt (AWO) an gleicher Stelle finden 36 Kinder in einer dreigruppigen Kita einen Platz. Beide Einrichtungen nehmen bereits Kinder ab zehn Monaten auf. Auch der VEF in der Carl-Zeiss-Straße 49 („Minikids“) und die Johanniter mit der „Sternenburg“ in der Bruchwiesenstraße 19 öffnen ihre Türen. Beide Einrichtungen beabsichtigen, ihr Platzangebot um jeweils sechs Plätze auszuweiten. Im Breidert-City-Center ist die „Sonnenburg“ der Johanniter geöffnet.

Die „Rappelkiste“ und die Vermittlungsstelle des DKSB für die Tagespflege informieren in ihren Räumen in der Halle Urberach über ihre Angebote für Kinder unter drei Jahren. Frauen und Männer, die selbst als Tagespflegeperson wollen, werden beim DKSB ebenfalls beraten. Die städtischen Einrichtungen „Am Motzenbruch“ mit einer U-3-Gruppe und die Kita Waldacker mit einer Familiengruppe mit fünf Plätzen für Kinder ab zwei Jahren sind ebenfalls geöffnet.

Die Urberacher Kita Lessingstraße findet Eltern noch an ihrem jetzigen Standort. Diese Kita zieht aber nach dem An- und Umbau der ehemalige Helene-Lange-Schule in die Liebigstraße um. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informieren über die Planung und den Sachstand der Baumaßnahme. Nach dem Umzug erweitert die Stadt den U3-Bereich um eine weitere Gruppe mit zwölf Kindern. Die Eröffnung ist im Januar 2016 geplant. Beim Familienservice „Römkids“ in der Trinkbrunnenstraße 10 beantworten Leiterin Edith Itta und ihre Kolleginnen Fragen von Eltern und nehmen Anmeldungen für die städtischen Einrichtungen entgegen. Anmeldungen bei den freien Trägern müssen in deren Einrichtungen direkt erfolgen.

Zum 1. September gibt es voraussichtlich noch freie Plätze in der „Rappelkiste“ (3), in der „Sternenburg“ (1), in der „Sonnenburg“ (2) und bei den „Herzenskindern“ (5). Die DKSB-Kindertagespflege kann nach dem derzeitigen Stand der Dinge drei Kinder aufnehmen. Eltern, die für ihr Kind einen U3-Platz suchen, bekommen auch einen, versichert Stadtrat Rotter. Das muss aber nicht zwangsläufig in der Wunsch-Kita sein, manchmal müssen sie auch mit Platz zwei oder drei ihrer persönlichen Favoritenliste zufrieden sein. Dort stehen nicht immer die Einrichtungen, die der Wohnung am nächsten liegen, ganz oben. Viele Eltern bringen ihre Kinder in Einrichtungen, an denen sie auf dem Weg zur Arbeit ohnehin vorbeifahren oder von wo Oma und Opa den Nachwuchs bequem abholen können.

Quelle: op-online.de

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