Kritik gibt es aber an Verkehrsführung

Ober-Röder lieben ihren Ortskern

Ober-Roden - Das Ergebnis einer Umfrage zum Ortskern liegt vor. 650 Fragebögen wurden verteilt, 137 Ortskernbewohner haben geantwortet. Die meisten lieben ihr Quartier. Auf die Frage, ob sie wegziehen würden, antworteten 90 mit „Nein“.

„Analyse und Schritte zur Gestaltung eines attraktiven und lebenswerten Ortskerns“ heißt das Projekt, das Arno Mieth, Ernst Schäck und Wilhelm Schöneberger im Zuge des Leitbildprozesses zu einer 100-seitigen Präsentation verarbeitet haben. Grundlage sind 22 Arbeitstreffen und die Auswertung von 25.000 Daten aus 1 700 Kommentaren. In einer Bürgerversammlung stellten die Initiatoren jetzt ihre Erkenntnisse vor.

Aus der Auswertung der Daten leiten sie – in Abstimmung mit dem Magistrat – drei Handlungsfelder ab, die ab sofort beackert werden:

  • Überarbeitung der Verkehrslenkung;
  • Steigerung der Sauberkeit;
  • Erarbeitung eines Nutzungs- und Gestaltungskonzepts für den Marktplatz, Kirchvorplatz, Rathausplatz, Platz an der Kulturhalle, Bahnhofsvorplatz und zur besseren Erlebbarkeit der Rodau, die den Ortskernbewohnern als prägendes und Identität stiftendes Moment sehr wichtig ist. Drei Arbeitsgruppen werden sich dieser Themen annehmen. Am 11. Mai, 19 Uhr, Rathaus Ober-Roden, Raum Saalfelden (1. Stock), treffen sie sich zum ersten Mal. Am Ende der Bürgerversammlung trugen sich aus der Zuhörerschaft acht neue Teilnehmer in Listen ein. Wer ebenfalls noch Interesse hat, meldet sich bei Wilhelm Schöneberger unter 06074/94488 oder bei der Stadtplanung im Rathaus unter 06074/911219.

Was bewegt die Ortskernbewohner?

64 Prozent der Umfrageteilnehmer finden, das Verkehrsaufkommen in der Dieburger und der Frankfurter Straße sei zu hoch. 42 Personen beschweren sich über zu schnell fahrende Autos, zugeparkte Gehwege und meinen, es gebe zu wenige Zebrastreifen. Überdies sagen 60 Prozent, die Verkehrsführung sei unübersichtlich. Zum Beispiel die unterschiedlichen Vorfahrtsregelungen an der Kirche in der Heitkämperstraße, am Marktplatz und auf der Frankfurter.

Auch in den Nebenstraßen (Rilkestraße, Gartenstraße, Dockendorffstraße, Ringstraße) fließt zu viel Verkehr. Sauberkeit ist für die Ortskernbewohner das Wichtigste, wenn es um die Frage geht, ob ihr Wohnumfeld lebenswert und attraktiv ist. 20 Mal wird in den Fragebögen die Gestaltung des Marktplatzes bemängelt, vereinzelt das Aussehen des Rathausplatzes sowie der Zustand mancher historischer Gebäude und Bausünden der Vergangenheit.

Rödermarker feiern „Midde noi“ (Archiv)

Gar nichts halten die Bewohner von der Idee, das alte Feuerwehrhaus abzureißen, um mehr Platz für Veranstaltungen zu haben. Es gebe schließlich schon genug Plätze zum Feiern. Wünschenswert wären allerdings noch ein Bauernmarkt, historisch angehauchte Feste und mehr Führungen durch den Ortskern. Markant ist die hohe Zahl der Personen, die das Angebot der Kirchen und auch das Gebäude der Kirche St. Nazarius als Identität stiftend empfinden.

83 Prozent bezeichnen den Zustand der Häuser im Ortskern als „gepflegt und angemessen“. 78 Prozent sagen, ihr Haus/Wohnung sei in einem technisch zeitgemäßen Zustand. 30 Prozent wollen ihr Gebäude sanieren. Wenn saniert wird, dann meist aus energetischen Gründen. 80 von 137 Umfrageteilnehmern versichern, es gebe ausreichend Parkplätze. 102 sind mit den Einkaufsmöglichkeiten gar nicht zufrieden. 85 Prozent fühlen sich im Ortskern sicher. Nur neun denken daran, ihr Haus zu verkaufen. Den Begriff „Fränkischer Rundling“, also die historische Gebäudeformation, auf die der Ortskern zurückgeht, kennen 48 Teilnehmer nicht.

bp

Quelle: op-online.de

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