Boden unter dem Märktezentrum saniert

Altlast soll zu Wasser werden

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Mitarbeiter der Geo Bohrtechnik bringen den Injektionsschlauch ein. Mehrere Injektionslöcher befinden sich auf dem Außengelände des Obi-Marktes.

Rödermark - Wo heute Kaufland & Co. Kunden bedienen, stand früher das Werk von T & N. Dessen Mitarbeiter benutzten giftige Lösemittel zum Entfetten von Metall. Dabei ging Einiges daneben, was das Erdreich und Grundwasser noch immer schwer belastet. Von Bernhard Pelka 

Im vergangenen November hatte der heutige Eigentümer des 1996 geschlossenen Werks, der Bosch-Konzern, massive Bohrungen auf der LKW-Zufahrt hinter dem Obi-Markt veranlasst. Dort standen früher ein Gefahrstofflager und eine Metallentfettungsanlage. Zurück blieb davon in der Erde ein ausgedehnter Schadstoffkern.  Ein 19 Meter hoher Groß-Bohrer holte aus bis zu 5,50 Meter Tiefe 1 500 Tonnen verseuchte Erde herauf, die fachgerecht entsorgt wurde. Derzeit geht die Altlastensanierung unter Regie der Firma Geo Bohrtechnik und Projektleiter Dr. Roger Schmidt von der ARCADIS Deutschland GmbH mit weniger rustikalem Gerät weiter.

Eine Pumpe presst mit zehn Bar Druck an 27 Löchern durch Injektionslanzen eine flüssige Chemikalie ins Erdreich. Diese 1,5-prozentige Kaliumpermanganatlösung spaltet die schädlichen Chlorverbindungen im Boden auf. Übrig bleiben nach diesem Oxidationsprozess Wasser und Kohlendioxid. Kaliumpermanganat kennt man aus der Apotheke. Es wird unter anderem zur Hautdesinfektion genutzt. Pro Durchlauf von etwa fünf Wochen Dauer gelangen 500.000 Liter Kaliumpermanganatlösung in den Untergrund, um dort aufzuräumen. Vier Durchgänge sind geplant. Etliche Injektionslöcher befinden sich auf dem Außengelände des Obi-Marktes, auf dem unter anderem Gartenerde, Zäune und mehr für die Gartensaison lagern.

Derzeit wird tagsüber gearbeitet. Sobald aber die Gartensaison beginnt und damit mehr Kundschaft bei Obi zu erwarten ist, läuft die Pumpe etwa ab 13. April nachts. Zuvor wird sie allerdings mit einer schalldämmenden Box umbaut werden. „Wir reden darüber auch noch mit den Nachbarn“, kündigt Dr. Roger Schmidt an und versichert: „Wir werden alle Richtwerte einhalten.“

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Quelle: op-online.de

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