Partei verabschiedet Kandidatenliste für Kreistagswahl

CDU will jünger und weiblicher werden

+
Das Team der kommenden Wahlen (von l. nach r., hinten): Heide Hess (Obertshausen, Platz 6), Frank Lortz (Seligenstadt, Platz 1), Bernd Abeln (Dreieich, Platz 2), Maria Becht (Rödermark, Platz 5), Christian Gött (Langen, Platz 9), Thomas Lortz (JU, Seligenstadt, Platz 10). Von l. nach r., vorn: Landrat Oliver Quilling, Stefan Schmitt (Neu-Isenburg, Platz 3), Clemens Jäger (Rodgau, Platz 4), Hildegard Ripper (Rodgau, Platz 7), Ismail Tipi (Heusenstamm, Platz 8), Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger.

Rödermark - Bei den Kreistagswahlen am 6. März kommenden Jahres wird die CDU im Kreis Offenbach mit einer weiblicheren und jüngeren Mannschaft antreten. Von Michael Eschenauer  

Auf ihrem Parteitag am Samstag in der Kulturhalle in Rödermark billigten die 239 Delegierten einen Listenvorschlag, bei dem ein Drittel der insgesamt 100 Bewerber auf einen Sitz im Kreistag weiblich ist. Außerdem ist jeder zehnte Platz für einen Kandidaten der Jungen Union reserviert. Kreisvorsitzender Frank Lortz wurde mit 238 Stimmen oder 99,6 Prozent auf Platz eins der Kandidatenliste gewählt. Es folgen der Chef der Kreistagsfraktion, Bernd Abeln, mit 228 und der Erste Stadtrat von Neu-Isenburg, Stefan Schmitt, mit 239 Stimmen. Paul Scherer, für den als amtierenden Kreistagsvorsitzenden normalerweise ein Platz im Spitzentrio reserviert ist, hatte bereits im Vorfeld angekündigt, aus Altersgründen nicht mehr antreten zu wollen. Scherer wird am 19. Oktober 80 Jahre alt. „Wir sind seit 1977 die stärkste Kraft im Kreis Offenbach, und wir haben das Ziel, diese Position zu halten und weiter die Regierungspartei zu stellen“, sagte Kreisvorsitzender  Lortz. So  eine Position in einem einst roten Bezirk komme nicht von ungefähr.

„Verjüngung unverzichtbar“

Eine Verjüngung der aktuell 33-köpfigen Kreistagsfraktion sei trotzdem unverzichtbar. Derzeit liege der Altersdurchschnitt hier bei 55 Jahren, im neuen Kreistag werde die CDU diesen Wert auf 50 Jahre senken. Lortz ließ erkennen, dass bei der Durchsetzung der Frauenquote mitunter sanfter Druck erforderlich war, um eine Nennung von ausreichend vielen weiblichen Parteimitgliedern in den Listenvorschlägen der Parteigruppierungen vor Ort durchzusetzen. „Wir haben qualifizierte Frauen in allen Verbänden“, stellte Lortz kategorisch fest. Als Nahziel definierte er den Sieg bei der Landratswahl am 27. September, bei der für die CDU der seit 2010 amtierende Landrat Oliver Quilling erneut ins Rennen geht. Lortz wies darauf hin, dass man unter den 21 Kreisverbänden in Hessen der Drittstärkste sei. „Und unser Landrat ist der beste CDU-Landrat in Hessen“, rief der Kreisvorsitzende den Delegierten der 13 Stadt- und Gemeindeverbände zu. „Wir haben bei der Bundestagswahl mit Patricia Lips und Peter Wichtel klar gewonnen. Wir haben bei der Landtagswahl mit Hartmut Honka, Ismail Tipi und mir klar gewonnen. Wir wollen alle Kräfte bündeln, damit wir auch bei den Landratswahlen erfolgreich abschneiden.“

CDU-Fraktionsvorsitzender Bernd Abeln lobte in seinem Grußwort die Arbeit von Landrat Quilling und der Ersten Kreisbeigeordneten Claudia Jäger. „Wir sind eine Einheit“, stellte er zum Verhältnis zwischen Kreisausschuss, Fraktion und Partei fest. Die Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner SPD laufe „menschlich und fachlich reibungslos“. Trotzdem war Abelns Ansage klar: „Wir haben derzeit als CDU keine absolute Mehrheit, aber wir werden alles dransetzen, dass sich das ändert.“

Bürgermeister und Landräte aus der Region

Zur anhaltenden Debatte über die Kosten der Schulsanierung mit Hilfe privater Firmen im Rahmen des PPP-Projekts stellte Abeln fest, dass man ohne diesen Schritt des Jahres 2004 niemals über so gute Schulen wie jetzt verfügen würde. Eine Sanierung von 90 Schulen auf einen Schlag sei damals notwendig, aber für den Kreis Offenbach finanziell niemals zu leisten gewesen. Zwar betone „eine bestimmte Fraktion im Kreistag“ immer wieder, sie habe seinerzeit gegen das PPP-Projekt gestimmt, Tatsache sei aber auch, dass sie in der Folgezeit das Vorhaben bei einer ganzen Reihe von weiteren Beschlüssen mitgetragen habe. Die Choreografie des CDU-Parteitags fiel wie üblich straff aus: Die Veranstaltung dauerte exakt 88 Minuten.

Quelle: op-online.de

Kommentare