Gemeinschaftsprojekt „Johannishof“

Rödermark will Unterkunft mit Eppertshausen teilen

Rödermark - Der „Johannishof“ soll eine gemeinsame Flüchtlings-Sammelunterkunft der Städte Rödermark und Eppertshausen werden. Bürgermeister Roland Kern geht aber davon aus, dass zuvor noch ein anderes Rödermärker Flüchtlingsheim in Betrieb geht.

Die Stadt sucht weiterhin nach Unterkünften für Flüchtlinge. Rund 100 Plätze sollen im „Johannishof“ entstehen. Das ehemalige Hotel befindet sich auf Rödermärker Gebiet, liegt aber östlich der B 45 und de facto in Eppertshausen. Schon in den neunziger Jahren diente es als Asylanten- und Spätaussiedlerheim - trotz teils erheblicher Baumängel. Seit Wochen wird der „Johannishof“ umgebaut. „Wir wollen ihn gemeinsam mit Eppertshausen nutzen“, sagte Bürgermeister Roland Kern gestern. 50 Flüchtlinge könnten dem Rödermärker Kontingent zugeschlagen werden, die anderen 50 dem Eppertshäuser Kontingent. Darüber haben beide Bürgermeister mit den Sozialdezernenten der Kreise Offenbach und Darmstadt-Dieburg verhandelt. Kern schränkt aber ein: „Noch ist nichts unterschriftsreif.“

Vorrang genießt eine Sammelunterkunft in Ober-Roden oder Urberach. Wo die liegt und wann sie eröffnet wird, wollen Bürgermeister Kern und Erster Stadtrat Jörg Rotter noch nicht sagen. In Gegensatz zu Rodgaus Sozialdezernent Michael Schüßler will die Rödermärker Magistratsspitze öffentlich keine Modellrechnung aufmachen. Schüßler erwartet, dass Rodgau 2016 rund 900 Flüchtlinge (zu den bisherigen 511) aufnehmen muss, und warnt vor einer Überforderung der Kommunen.

In Rödermark leben derzeit 265 Flüchtlinge. Wenn Schüßlers Rechnung stimmt, kämen rund 500 dazu. „Soviel Plätze haben wir momentan nicht Aussicht, aber die Hälfte schon“, sagte Kern. Rödermark lebe in Sachen Flüchtlingsunterkünfte „von der Hand in den Mund“, weil die städtische Steuerungsgruppe viele Entscheidungen spontan treffen müsse. Stadtrat Rotter formuliert es so: „Wir arbeiten das ganz unaufgeregt ab!“ Dass das funktioniert, zeigt nach Ansicht von Bürgermeister und Erstem Stadtrat die große Zahl von Flüchtlingen, die nicht in Sammelquartieren, sondern in Mietwohnungen untergekommen sind. 24 leben in städtischen Häusern, 51 in Wohnungen, die die Stadt von elf privaten Immobilienbesitzern gemietet hat. Diese Verträge wurden laut Kern nach einem öffentlichen Aufruf im Herbst geschlossen.

Seit September hatte der stellvertretende Leiter des Ordnungsamtes, Stephan Brockmann, das Quartiersmanagement für Flüchtlinge übernommen. Er sucht Wohnungen für Familien, Paare und Einzelpersonen. Die Stadt - genauer gesagt: die Kommunalen Betriebe - schließt den Mietvertrag ab, der Kreis zahlt. Größe, Belegung und Miete müssen so beschaffen sein, dass sie den Anforderungen des Sozialamtes entsprechen. Vermieter, die mit der Stadt ins Geschäft kommen wollen, können Brockmann unter der Nummer 06074/911-820 anrufen oder ihm eine E-Mail schicken: stephan.brockmann@roedermark.de.

Der Verein Flüchtlingshilfe Rödermark hat derweil einige Raumprobleme gelöst. Nach Auskunft des Bürgermeisters zieht die Beratungsstelle ins Haus Am Mühlengrund um. Im früheren Urberacher Altenwohnheim leben schon 32 Flüchtlinge, sein Anbau wird zum Büro der Flüchtlingshilfe. Spenden sammelt der Verein künftig im Industriegebiet von Ober-Roden. (lö)

Fotos: Bürgerversammlung zum Thema Flüchtlinge

Quelle: op-online.de

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