Auch Besonderheiten des Kolonne-Fahrens

Rot-Kreuz-Helfer trainieren bei Katastrophenschutzübung

+
Rot-Kreuz-Helfer aus Rödermark, Dietzenbach, Heusenstamm und Dreieich bilden den Betreuungszug des Kreises. Sie nahmen an einer dreitägigen Übung in der Rhön teil.

Urberach - Die Betreuungszüge des Roten Kreuzes müssen vor allem nach Katastrophen Notquartiere herrichten, ihre Bewohner mit Nahrung und Getränken versorgen und psychosozial betreuen. Fünf Helfer des Urberacher Roten Kreuzes sind Mitglieder im Betreuungszug des Kreises und trainierten in der Rhön drei Tage lang Krisenbewältigung.

Der Betreuungszug des Kreises Offenbach, den die Rot-Kreuz-Ortsvereine Rödermark, Dietzenbach, Heusenstamm und Dreieich stellenist einer von 59, die hessenweit die Folgen von Katastrophen in Grenzen halten sollen. Das ist sozusagen das Kerngeschäft, das 2015 auch tausenden von Flüchtlingen half. Die ehrenamtlichen Aktiven bauten Feldbetten in leergeräumten Turnhallen, früheren Fabrikgebäuden oder Containersiedlungen auf, installierten Gasheizungen, kümmerten sich um Essen und Getränke und übernahmen auch die psychosoziale Notfallbetreuung oft traumatisierter Menschen. Für den Urberacher Rot-Kreuz-Chef Günther Meister wars ein Deja-vu-Erlebnis: Seinen ersten Großeinsatz beim Katastrophenschutz erlebte er, als nach dem Mauerfall massenhaft DDR-Bürger in den Westen kamen und zunächst einmal in Zügen festsaßen.

Normalerweise werden diese Betreuungszüge in Marsch gesetzt, wenn Überschwemmungen oder Großbrände die Evakuierung zahlreicher Menschen nötig machen. Dann müssten die DRK"ler aus dem Kreis Offenbach auch in anderen Teilen Hessens helfen. Das trainierten 40 von ihnen drei Tage in Poppenhausen unterhalb der Wasserkuppe. Die Übung begann quasi mit dem Start in Dietzenbach, denn die neun Rot-Kreuz-Autos fuhren als geschlossener Verband in die Rhön. „Verkehrsrechtlich gilt so eine Kolonne als ein Fahrzeug“, erläutert Meister. Hat das erste eine Ampel bei Grün passiert, folgt der Rest - auch wenn längst Rot ist. Die gleiche Regelung gilt auch beim Abbiegen von Feldwegen auf Straßen. Gerade die vielen Freiwilligen müssen so etwas üben. Flaggen wie bei Militärkonvois und Blaulicht weisen andere Autofahrer auf diese Situation hin.

Die fünf Rödermärker und ihre Kollegen aus dem Kreis trainierten in der Rhön Rettungstechniken zur Unterstützung der Bergwacht, ließen sich in die umfangreiche Ausstattung des Sanitätszuges einweisen und bildeten sich in medizinischer Hilfe weiter. Hygiene und Infektionsschutz waren zwei weitere Schwerpunkte. Dass solche Mehrtages-Übungen und die Ausbildungabende im Rot-Kreuz-Heim Früchte tragen, zeigte sich dieses Jahr bei der Katastrophenschutzübung „Hessenlöwe“: Der Betreuungszug des Kreises Offenbach belegte den zweiten Platz. „Letztlich müssen wir uns für die Fälle bereithalten, die hoffentlich nie eintreten“, wünscht sich Günther Meister, dass der Zug seine Leistungsfähigkeit nicht bei Naturkatastrophen oder Unfällen mit mehreren hundert Opfern beweisen muss. (lö)

Katastrophenschützer üben an Grillhütte

Quelle: op-online.de

Kommentare