„Weder Eierwerfer noch Holzdiebe“

„Schillerwäldchen“-Partys: Vorwürfe zurückgewiesen

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Der Waldfestplatz wird immer mehr zur nächtlichen Partyzone, die ungebetene Besucher in den Breidert lockt.

Ober-Roden - Wo sollen Jugendliche und junge Erwachsene hin, die weder Geld für noch Bock auf Kneipe haben? Das ist eine Frage, die unser Bericht über nächtliche Feten im „Schillerwäldchen“ aufgeworfen hat. Von Michael Löw

Außerdem fühlen sich die Partylöwen zu Unrecht an den Pranger gestellt. Nachbarn des Ober-Röder Waldfestplatzes im Breidert hatten Anfang der Woche über Ruhestörung, Pöbeleien und Vandalismus im „Schillerwäldchen“ geklagt. Die Unruhestifter sind nach ihren Beobachtungen 25 bis 40 Fetenfreunde von 16 aufwärts - die genaue Zahl und das genaue Alter können die Nachbarn nur schätzen. „Die Vorwürfe der Anwohner sind übertrieben“, schreiben die jungen Leute in einer E-Mail. Die Gruppe bestehe nur aus 10 bis 15 Leuten, das Durchschnittsalter liege bei 19 Jahren. Damit seien sie übers Alter raus, in dem man Eier an anderer Leute Häuser wirft. Auch das steht auf der Sündenliste, die die Nachbarn gesammelt haben. Die Eier, so die jungen Leute, seien Reste von Halloween und nicht von ihnen. Den Vorwurf des Holzdiebstahls wollen sie nicht auf sich sitzen lassen: „Holz nehmen wir uns vom Großvater eines Partylöwen und der wurde darüber in Kenntnis gesetzt.“

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Das „Schillerwäldchen“ ist ihrer Ansicht nach der ideale Treffpunkt: etwas abseits gelegen, aber dennoch gut erreichbar, trocken dank des Daches, beheizbar dank einer Feuerstelle. Daher seien sie „auch schlau genug“, die Nachbarn nicht durch Pöbeleien oder unkontrollierte Lagerfeuer zu provozieren. Denn wenn die aufmuckten, käme die Polizei: „Platzverweise hat jeder von uns genug!“ Die Gruppe bestehe großteils aus Schülern, denen das Geld für Kneipen- oder Discobesuche am Wochenende fehlt. Deshalb hat sie den Waldfestplatz vor Monaten freitags und samstags zu ihrem Treffpunkt auserkoren - auch weil dort niemand anderes sei. Wo sollen wir hin, fragen sie. Überall würden sie weitergeschickt oder stießen auf taube Ohren. Frustriertes Fazit der Partylöwen: „Lösungsvorschläge direkt gibt es keine.“

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Karlheinz Weber von „Wir sind Breidert“ bedauert einerseits, dass nächtliche Feten den Nachbarn den „Schillerwäldchens“ den Schlaf rauben. Andererseits bezweifelt er, dass die geforderten Verbote und Kontrollen den Konflikt auf Dauer lösen: „Ein Dialog mit den jungen Leuten würde mehr bringen.“ Druck führt nach Ansicht Webers nur zu einer Verlagerung des Problems. Würden die Partylöwen vom Ober-Röder Waldfestplatz vertrieben, würden sie ihren Treffpunkt zum „Braaret-Bernsche“ verlegen, befürchtet er.

Quelle: op-online.de

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