„Ober-Roden“ oder „Oberroden“

Schreib-Wirrwarr geht in seine zweite Runde

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Die Bindestrich-Diskussion beschäftigte unsere Altvorderen nicht. Sie demonstrierten schreiberische Vielfalt, indem sie den Ortsnamen einmal mit einem „a“ und einmal mit einem „e“ enden ließen.

Rödermark - Ein ungeahntes Echo hat unsere Bindestrich-Frage vor zwei Wochen ausgelöst: Ist „Ober-Roden“, „Ober Roden“ oder gar „Oberroden“ die richtige Schreibweise auf Schildern? Und wenn schon über Schilder aus einem Stadtteil diskutiert wird, blicken Verfechter des Ortsproporzes gleich ein paar Straßen weiter.

Das Schilder-Wirrwarr, das mit der Frage nach dem Bindestrich in Ober-Roden begonnen hat, findet seine Fortsetzung...

Doch zuerst einmal zurück zum Bindestrich. Reinhard Nostadt, Urberacher Ahnenforscher mit Ober-Röder Wurzeln, fand in Kirchenbüchern aus dem 17. Jahrhundert heraus, dass unsere Ahnen das Strichlein für überflüssig hielten. Das war’s aber auch schon mit der Einheitlichkeit. 1655 schrieben sie „Oberrodta“, 1692 „OberRode“ und dazwischen - auf ein und derselben Seite - „Oberroda“ und „Oberrode“.

...im Streit um die Reihenfolge von Stadtteil und Stadt an den Einfahrten von Urberach...

Gaby Reisert umgeht die Bindestrich-Diskussion mit „Oweroure“, Stephan Massoth rät zu Rödermark: „Da kann man keinen Fehler machen!“ „Zauberhexe“ bekennt sich in unserer Online-Ausgabe dazu, den Bindestrich schon benutzt zu haben, bevor ihn das „Gesetz zur Neugliederung des Kreises Offenbach“ vorschrieb: 1966 habe sie das in der Schule gelernt.

...und endet mit einer höchst illustren Partnerstadt von Messenhausen noch lange nicht.  

Der inoffizielle Bürgermeister Messenhausens, Oskar Berneburg, steuert ebenfalls einige Schmankerln zum Schilder-Wirrwarr bei. Allerdings ganz ohne Strich. Autofahrer aus Messel kommen nach „Rödermark Urberach“. Das Verkehrszeichen, das Besucher aus Eppertshausen begrüßt, zeugt von Lokalpatriotismus. „Urberach“ steht in größeren Buchstaben über der Stadt Rödermark. Und für sein Hoheitsgebiet kann Berneburg mit einem besonderen Zusatz aufwarten. Demnach sind Messenhausen und Hollywood verschwistert.

Quelle: op-online.de

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