Betreuung an Schule an den Linden

Ehrenamt stößt an Grenze

Urberach - Der Förderverein der Schule an den Linden gibt die Nachmittagsbetreuung ab und konzentriert sich wieder auf die finanzielle Unterstützung. Neuer Träger der Betreuung wird eine gemeinnützige Gesellschaft des Kreises.

Die wurde im vorigen Sommer gegründet und soll einspringen, wenn die ehrenamtlich geführten Fördervereine an ihre Grenzen stoßen. Bislang 130 und ab Sommer nur noch 100 Plätze, 14 Beschäftigte, ein Etat im sechsstelligen Bereich: Die Betreuung an der Urberacher Grundschule macht den Förderverein zu einem mittelständischen Unternehmen, sagt Vorstandsmitglied Hans-Jörg Vetter. Diese Aufgabe sei für einen ehrenamtlichen Vorstand kaum noch zu bewältigen. Damit steht der Förderverein der Schule an den Linden nicht allein. Doch den Urberacher Verein plagen darüber hinaus Raumprobleme: Die Schulleitung, so Hans-Jörg Vetter, überlasse ihm nicht genug Räume allein für die Betreuung, sondern bestehe auf eine Mehrfachnutzung - sprich: morgens Unterricht, nachmittags Hausaufgabenhilfe und Spielen.

Mangels Platz reduziert der Förderverein sein Angebot nach den Sommerferien von 130 auf maximal 100, vielleicht sogar nur noch 90 Plätze. Erstklässler haben kaum eine Chance, aufgenommen zu werden. „Wir brauchen eine große Lösung mit Stadt, Kreis und Förderverein“, sagt Vetter. Nur wenn diese drei Partner an einem Strang ziehen, werde die Betreuung den Anforderungen der Zukunft gerecht. Der Kreis ist auch bereit, mit einer gemeinnützigen GmbH einzuspringen, sagte Landrat Oliver Quilling auf Anfrage unserer Zeitung. Die habe der Kreis im Sommer gegründet, weil es „einzelne Fälle gab, in denen Fördervereine an ihre Grenzen gestoßen sind“. Aber der Urberacher Verein wäre der erste, der die Betreuung tatsächlich abgeben würde. Der Kreis, so Quilling, stelle nur eine Bedingung: Die Zuschüsse der Stadt müssten weiter im gewohnten Umfang fließen. „Wir werden eine Moderatorenrolle zwischen allen Beteiligten übernehmen“, meinte der Landrat mit Blick auf das angespannte Verhältnis zwischen Förderverein und Schulleitung.

Die gemeinnützige Kreis-Gesellschaft bietet nach Ansicht Hans-Jörg Vetters zwei entscheidende Vorteile. Die gGmbH ermögliche eine weitere Professionalisierung der Betreuung, weil sie nicht mehr von Eltern getragen wird, deren Kinder die Schule besuchen. Außerdem läge die Organisation in ein und derselben Hand. Vetter: „Theoretisch müssen wir bisher bei jedem Nagel, den wir in die Wand schlagen, im Kreishaus nachfragen.“ Der Förderverein bleibt der Schule an den Linden natürlich weiter eng verbunden und konzentriert sich sozusagen auf seine Kernaufgabe: Geld zu sammeln für die Dinge, die über den normalen Etat nicht finanziert werden. Voriges Jahr seien das mehr als 10 000 Euro für Spül- und Waschmaschine, einen Beamer, Lehrmaterial, Spielzeug für die Pausen sowie die Museumsfahrten mit Ehrenbürgermeister Alfons Maurer nach Frankfurt gewesen. (lö)

Lesepaten an Schule an den Linden

Lesepaten an Schule an den Linden

Quelle: op-online.de

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