Ärger bei Seewald-Bewohnern

Leere Garagen, volle Bürgersteige

Urberach - Garagen-Missbrauch und Lkw-Schleichwege machen den Bewohnern des Seewald-Gebiets Kummer. Im Gespräch mit Bürgermeister und Erstem Stadtrat schilderten sie diese und andere Sorgen.

Die Bürgergesprächsrunde im Urberacher Seewald wird zur guten Tradition, auch wenn dieses Mal wesentlich weniger Teilnehmer als im vergangenen Jahr kamen. Damals erhitzte das „Festgelände Entenweiher“ die Gemüter. Der beigelegte Streit über Lärm und andere Belästigungen durch Veranstaltungen ist der beste Beweis, wie sinnvoll gegenseitiges Zuhören, Ideensammeln und Aufarbeiten sind: Der Entenweiher war im „SchillerHaus“ kein Thema mehr; die Einsprüche der Bürger und die dadurch veränderten Nutzungsgrundlagen haben ihre Wirkung gezeigt.

Rasch abgearbeitet war auch die letztjährige Wunschliste der Bürger. „Rund 20 der 40 Anregungen sind teilweise oder ganz erledigt“, freuten sich Bürgermeister Roland Kern und Erster Stadtrat Jörg Rotter. Die damals stark belächelten „Möchtegern-Kreisel“ sind zwar nicht optimal, aber längst akzeptiert; gefährliche Stolperfallen auf Bürgersteigen wurden beseitigt. Wünsche rund ums „SchillerHaus“ wie Kinderhochstühle, Absperrungen vorm Gebäude und ein verbessertes Informationssystem sind längst erledigt. Damals noch weitgehend offene Fragen zur Umnutzung der ehemaligen Helene-Lange-Schule hat die Stadt ausführlich beantwortet.

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Kampf mit den Falschparkern

So manche Bürgersorgen lassen sich allerdings nicht so einfach aus der Welt schaffen und kamen deshalb auch diesmal wieder zur Sprache. Allen voran das vehement geforderte Lkw-Durchfahrtsverbot für den engen Kern des Seewald-Gebiets, die schier unlösbare Problematik des zu schnellen Durchfahrens und mangelnde Parkplätze liegen den Bewohnern immer noch am schwersten im Magen, da sie damit täglich zu kämpfen haben. Lastwagen, die zu den Baustellen in den „Rennwiesen“ fahren, haben keine Alternative zur Nikolaus-Schwarzkopf- oder Liebigstraße.

Aber Lkw, die den Seewald als Schleichweg ins Industriegebiet nutzen, gehören nach Ansicht der Bewohner auf die Messenhäuser Straße. Die Hoffnung auf Halteverbote an unübersichtlichen und engen Stellen, auf die optische Verkleinerung zu großer Kreuzungen, um nicht zum Parken und Rasen zu verleiten, vor allem aber auf die Einhaltung der eingezeichneten Parkmöglichkeiten sind unterschiedlich leicht umsetzbar.

Die größte Wut fast aller Anwesenden bezieht sich auf die Anwohner selbst: Deren Autos stehen am Straßenrand oder - noch schlimmer - sogar auf dem Gehweg, während die dafür gebauten Garagen missbraucht werden und voller Hausrat und Gerümpel stehen. Dieses Problem ist nur mit gutem Willen der Hausbesitzer zu lösen. Deshalb will der Bürgermeister demnächst eine Info-Kampagne starten. Über deren Ergebnisse kann Kern vielleicht schon im kommenden Jahr berichten.

Wer sich für sein Lebensumfeld interessiert, der ist bestimmt schon neugierig auf das Treffen der städtischen Gremien mit Bürgern am Mittwoch, 28. November, um 18.30 Uhr im „SchillerHaus“, wenn es um das Thema „Spielplätze im Seewald“ geht. Dann wird über die Ortsbesichtigung in diesem Jahr, über den aktuellen Sachstand und ebenso über Ideen der Kinder rund um einen Wasserspielplatz auf dem Gelände der ehemaligen Helene-Lange-Schule sowie für den Spielplatz Liebigstraße gesprochen. Wer Lust hat, sich am Bau zu beteiligen, ist ebenso eingeladen wie einfach nur interessierte Rödermärker. (chz)

Einfallsreich oder schlicht gelogen

Quelle: op-online.de

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