Wenn der Vorname vereint

Seit 30 Jahren Norbert-Stammtisch: „Licht des Nordens“ strahlt hell

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Was ist wohl all diesen Herren hier gemein? Natürlich, sie sind dynamisch und attraktiv, aber darüber hinaus hören sie alle auf den Namen Norbert.

Ober-Roden - Seit 30 Jahren schon treffen sich Ober-Röder mit dem inzwischen aus der Mode gekommenen Vornamen Norbert. Sie feiern ihren Namenstag im großen Stil - und vielen Anekdoten. Von Christine Ziesecke 

Die Bedienung in einer Ober-Röder Traditionswirtschaft bringt ein frisches Bier und fragt: „Wer kriegt das?“ Einhellige Antwort aller drei Herren am Stehtisch vor ihr: „Der Norbert!“ Das erleichtert der leidgeprüften Kellerin die Arbeit aber keineswegs: Jeder der drei reklamiert das Getränk für sich. Zu dritt standen einst die Norberte Hitzel, Körner und Köhler an jenem Stehtisch, hatten ihren Spaß an diesem Spiel und malten sich aus, wie das wohl wäre, wenn es ihrer noch mehr wären. Das war die Grundlage der Norberte-Gruppe, die ihr 31. Namensvetter-Treffen abhielt. Klare Regel: Es gibt nur ein planmäßiges Treffen im Jahr, und das seit drei Jahren quasi vollautomatisch immer am 6. Juni, dem Namenstag der Norberte. Trotzdem lädt das „Komitee zur Abhaltung der Norberte-Treffen“ alljährlich ein.

In diesem Jahr sind es magische 13 Norberte, die im Garten des Gasthofs „Zum Löwen“ um den Tisch sitzen. Ab und an waren auch schon mehr als 20; daher begrenzt das Komitee die Einladung ausschließlich auf Ober-Röder Namenskollegen. Zusammen mit den Orwischern wären sie zu viele zum gemütlichen Plausch. Einer ist dieses Jahr neu im Club: ein Norbert (Breidenbach), der von einem anderen Norbert mitgebracht wurde - und fühlt sich gleich wie unter seinesgleichen. „Norbertinen“ sind ihnen nicht bekannt, aber das ist sicher nicht der einzige Grund, weshalb sich hier nur Männer treffen.

Alle diese Norberte sind zwischen Anfang 40 und 71. In den siebziger Jahren verschwand dieser Vorname nach und nach aus den Hitlisten. Fünf von ihnen sind wahre Ober-Röder, zum Teil sogar echte Hausgeburten; drei mussten sie schon beerdigen. Die Männer besitzen persönliche T-Shirts, auf denen der Name schwarz auf weiß gedruckt steht. Einige haben sie nach der Anprobe am frühen Abend ganz schnell wieder ausgezogen wurden - haben die Jahre doch ihre Spuren und ihre Ringe am Mann hinterlassen.

Die seltsamsten Fußballer-Namen

Einer der Ihren - der diesmal verhinderte Norbert Schwab - hat einen Stammtisch-Pokal entworfen, einen stilisierten Eisberg. „Schließlich sind wir im Norden (siehe Kasten) berühmt, nur hier kennt uns kaa Sau!“, resümiert ein Gründer-Norbert. Immerhin wurde ihnen schon mal eine Predigt gewidmet: Norbert Rink, in der St. Nazarius-Gemeinde engagiert, hatte die Norbert-Häufung dem damaligen Kaplan Fillauer weitergesagt, als er einen Gottesdienst am 6. Juni feierte. Der widmete ihnen darob die Predigt, „und weil wir in der ersten Reihe saßen, kamen danach die ganzen alten Frauen vorbei und haben uns zum Namenstag gratuliert“, erinnert sich Norbert, der Komödiant.

Berühmte Namenskollegen haben sie nicht allzu viele. Unter den Sportlern sind"s Eiskunstläufer Norbert Schramm oder die Fußballer Norbert Nachtweih und Norbert Stiles, unter den Politikern die Norberte Blüm, Lammert, Röttgen - sehr viel weiter geht die Promiliste nicht. Dann lieber ein Live-Abend mit den Ober-Röder Norberten am Stammtisch; der ist garantiert lustiger.

Quelle: op-online.de

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