Kerbspruch nimmt Orwischer Holzfäller und Festplatzbebauung aufs Korn

Kerb in Ober-Roden: Seitenhieb auf Baumexperten

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Maurice Gotta hielt den pointierten Kerbspruch, der bei der dicht gedrängten Zuhörerschaft große Heiterkeit auslöste.

Ober-Roden - Ein rundherum familienfreundlicher Sonntag krönte das Ober-Röder Kerbwochenende, das gestern bei strahlendem Frühschoppenwetter seine Besucher zum letzten Mal für dieses Jahr empfing.

Der Kerbspruch am Sonntagnachmittag, wie immer eingeleitet durch eine Traktorfahrt mit Mechthilde Zöller und angeführt vom TG-Musikzug, begeisterte die Zuhörer am Traditionslokal „Mortsche“ sehr. Maurice Gotta erinnerte im feinen Frack samt Zylinder an so manches, was in den vergangenen zwölf Monaten Ober-Rodens Bürger ereifert hat. Lautes Gegröle bei Erinnerungen an singende Traumhochzeits-Pastoren, an den mehrfach geschlagenen Orwischer Kerbbaum; fast schon sentimentaler Beifall schließlich beim Abgesang „Roland, ade!“: „Doch Roland, es sin zwar fer dich verbei alle Wahle, ewer denk dro: du musst uns noch deun Ausstand bezahle!“

Beim Frühschoppen gestern Mittag waren die Zelte - hier das der Turngemeinde - nochmals gut gefüllt.

Am Montag zogen Kerbwirte, Schausteller und Kerbverein ein gutes bis sehr gutes Resümee. Während das Germania-Zelt mitten auf der Kerbmeile meist erst bei einbrechender Dunkelheit und Kühle, wenn DJ Adi Keck seine Scheiben auflegte, und natürlich beim Frühschoppen der Stadtverwaltung am Montag voll besetzt, war"s bei der TG am Marktplatz offener angelegt. Die gemeinsame Nutzung der Bühne mit dem Après-Ski-Komitee steigerte die Anziehungskraft.

Auch vom neuen drei- bis fünfköpfigen Ober-Röder Sicherheitsdienst vermeldete TG-Vorsitzender Kalli Weber nur Gutes, denn die Abende und Nächte waren vergleichsweise ruhig gewesen. Hochzufrieden vor allem mit Freitag Abend und Samstag war das Après-Ski-Komitee rund um seinen Bauwagen. Geradezu überschäumend zufrieden zeigte sich Gewerbevereinsvorsitzender Manfred Rädlein von der Kerb 2016 - nicht nur wegen des „mildesten und angenehmsten Wetters seit vielen Jahren“: weniger Müll, weniger Radau, viele Besucher, und dazu Harmonie zwischen dem stets gut besuchten „Dinjerhof“ und der Kerbmeile.

Fotos zur Kerb 2016 in Ober-Roden

Schausteller Peter Stein freute sich über seine gelungene Überraschung mit dem Dampfriesenrad-Nachbau, der ein echter Hingucker war. Doch auch die übrigen Geschäfte liefen gut – bei so vielen Besuchern kein Wunder. Zu guter Letzt schließlich waren auch Kerbverein und Kerbburschen hoch zufrieden. Nun heißt es erst einmal ausruhen und sich aufs nächste Jahr freuen, und wie hieß es doch im Kerbspruch schon so treffend: Wenn die Festplatzbebauung in diesem Tempo weitergeht, gibt’s fürs 50-Jährige auch noch Hoffnung. chz

Quelle: op-online.de

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