Sibylle Langner gewinnt zwei Goldmedaillen

Urberacher Konditorin an der Spitze angekommen

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Die frisch gebackene Konditormeisterin Sibylle Langner war bei der Koch-WM natürlich für den Nachtisch zuständig.

Urberach - Konditorin Sibylle Langner hat mit der deutschen Kochnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Luxemburg zwei Goldmedaillen gewonnen. Weltmeister dürfen sich die 24-jährige Urberacherin und ihr Team aber nicht nennen. Von Michael Löw 

Dieser Titel geht an die Spitzenköche aus Singapur, die noch mehr Einzeltitel holten. Doch das doppelte Gold war für die Teamchefs Matthias Kleber und Tobias Laabs eine Riesenüberraschung. „Wir haben seit vier Monaten trainiert, das ist wenig für eine WM“, erläuterte Sibylle Langner, die - wen wundert’s - mit Johannes Funtsch und René Klinkmüller für den Nachtisch verantwortlich war. „Bei der Patisserie ist noch Luft nach oben“, lautete das Urteil der Jury. Was sich in der Tat wenig schmeichelhaft anhört, ist für die Urberacherin Ansporn, weiter an sich zu arbeiten. Ihr großes Ziel ist die Olympiade der Köche 2016 in Erfurt.

Bei der WM in Luxemburg waren 30 Nationen am Start. Dass in Italien, Frankreich oder den Arabischen Emiraten Topleute am Herd stehen, ist bekannt. Aber auch Mexiko und Korea hatten ihre kochende Elite nach Europa geschickt. Sechs Länder holten wie Deutschland zwei Mal Gold, Rang sechs war auch die Endplatzierung.

Sibylle Langner, die im Juli ihre Meisterprüfung ablegt hatte, arbeitet im Café des Hotels Wessinger in Neu-Isenburg. „Mein Chef hat mich für Training und Wettkampf freigestellt - und das in der in der Adventszeit“, freut sie sich. Die WM war für die Konditorin alles andere als ein Zuckerschlecken. Nach der Arbeit ging’s sofort bei der Nationalmannschaft weiter: „Die Stunden habe ich schon gar nicht mehr gezählt, da verliert man das Zeitgefühl.“

Vom weltmeisterlichen Menü haben Sibylle Langner und ihre Kollegen zwar viel probiert, letztlich aber kaum etwas abgekriegt. Profiküchen sind halt keine Kuschelzonen. Aber ein tolles Gefühl sei es schon gewesen, mit dem fertigen Menü vor der Jury zu stehen.

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Die Goldmedaillen von Luxemburg sind die jüngsten, aber nicht die einzigen internationalen Erfolge, die Sibylle Langner mit der deutschen Nationalmannschaft feiern konnte. Im Sommer 2013 - damals noch im Juniorenteam - gewann sie bei der „Copa Culinaria de Las Americas“ in Costa Rica den Titel. Die Urberacherin hat schon als Kind gerne und gut gebacken. Daher begann sie nach der Realschule die Konditorausbildung bei Wessinger. Diverse Innungs- und Landeswettbewerbe zeigten, dass sie ihr Handwerk beherrscht.

„Für uns ist es immer eine Ehre, wenn junge Leute so etwas reißen. Sibylle ist die beste Auszubildende, die wir je hatten“, schwärmt Hotelchef Alexander Wessinger. Das Traditionshaus, in dessen Konditorei vom Blätterteig bis zum Baumkuchen alles selbst gemacht wird, bildet seit 105 Jahren aus...

Sibylle Langner ist eine eher stille Frau, für die es nicht immer aufgespritzte Nougat-Türmchen sein müssen. Nach der Junioren-Weltmeisterschaft gestand sie voriges Jahr im Gespräch mit unserer Zeitung, dass sie privat am liebsten klassischen Blech- oder Käsekuchen isst. Mit Süßen sei sie nur bedingt verführbar. Wer tagtäglich im Schlaraffenland zugreifen kann, lernt die einfachen Dinge des Lebens schätzen.

Quelle: op-online.de

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