Veranstaltung von „Netzwerk Flüchtlinge“

Freundschaftsfest war lebendig wie noch nie

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Musik braucht keine Sprache, ebenso die vielen Spiele, bei denen die zahlreichen Jungen und Mädchen keine Grenzen kannten.  

Urberach - Zusammen leben heißt auch zusammen feiern – das hat das Netzwerk rund um die Flüchtlingshilfe schon lange erkannt und ihr Freundschaftsfest in diesem Jahr besonders intensiv vorbereitet. Von Christine Ziesecke 

Und dieses vierte Fest – es begann auf dem Gelände des Clubs der Hundefreunde in Waldacker –überstrahlte alle anderen. Nicht nur die viel zitierte deutsche Willkommenskultur ist sicher dafür verantwortlich, sondern einfach der zunehmende Kontakt zwischen Bürgern und Flüchtlingen, nicht zuletzt durch die weit über hundert Menschen im Raum Rödermark, die ehrenamtlich direkt vor Ort helfen. Es wurde ein großes, buntes, geselliges Fest. Natürlich standen auch diesmal wieder viele Sprachgruppen beisammen, weil ihnen der Kontakt fehlte, doch weit mehr als bisher wurden die oft gerade erst Angekommenen durch ihre Paten, ihre Helfer in den Quartieren mit hinein genommen in die große bunte Gruppe. Der Fahrdienst funktionierte – auch dank vieler eingesammelter Kindersitze für die jüngsten Besucher, doch viele der Neuankömmlinge kamen per Rad auf die Bulau - der Fahrradwerkstatt des Vereins sei Dank. Der ehrenamtliche Helfer Patrick Weber etwa freute sich über die Anwesenheit seines Schützlings Sam, der vor kurzem unter anderem dank seinem Sprachunterricht die theoretische Führerscheinprüfung bestanden hat. Einige Monate lang hatte er mit seinen Schützling zwei oder dreimal pro Woche die Theoriebögen durchgearbeitet – nun hatte es geklappt.

Bunt und lecker war die Auswahl der Speisen auf dem großen Büfett, die teilweise direkt vor Ort zubereitet wurden.

„Mer waas nit, wos mer isst, ebber guud!“ – das war der auch für deutsche Festbesucher nicht unbedingt verständliche, aber begeisterte Kommentar von Mechthilde Zöller zu ihrem gerade verzehrten Reisgericht – kurz zuvor hatte sie mit dem Orchester „Endlisch Musigg“ ein kleines Konzert auf der Bulau-Bühne gegeben. „Endlisch Musigg“ hätte auch das treffende Motto dieses Festes sein können: endlich nicht sorgen, sondern feiern, endlich die automatisch gegebenen Schranken zwischen den Menschen so unterschiedlicher Nationalitäten überwinden. Dazu verhalten auch irisch-keltische Lieder, von chrismegan gesungen, Gitarrenklänge von Arya Ghalame oder pakistanische Lieder von Azhar Ali Khan und manches mehr. Musik braucht keine Sprache, ebenso die vielen Spiele, bei denen die Kinder keine Grenzen kannten. Die Büfetts waren üppig bestückt mit wunderbar duftenden Sachen, von der „Mach-mit“-Torte der Anderen Liste bis zum vor Ort gegrillten Fleischspieß „Kabab“, von der iranischen Gruppe AFA gemeinsam mit pakistanischen Helfern bereitet - allein darüber ergaben sich Gespräche zwischen den Gästen (bei denen dank der vielen Helfer und auch anderweitig engagierten Rödermärkern zwar viele Deutsche waren, aber wenige unbeteiligte Bürger den Weg auf die Bulau gefunden hatten).

Alle Kosten an diesem Nachmittag übernahm – wie schon zuvor – der Verein „Netzwerk Flüchtlinge Rödermark e.V.“ Die Spenden, die teilweise großzügig für die Verpflegung gegeben wurde, kommen in diesem Jahr begabten Flüchtlingskindern für eine Ausbildung in der Musikschule Rödermark zugute.

Als viele Hände schon anpackten, die zahllosen Klappgarnituren mit vereinter Hilfe zusammenzulegen, wurde unterm Hallendach noch getanzt: Türkische Mitbürger ließen das Fest beschwingt und dankbar mit landestypischer Musik und Tänzen ausklingen – Töne, welche die Besucher auf ihrem Heimweg noch lange im Ohr hatten.

Quelle: op-online.de

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