Stadtbrandinspektor zieht Bilanz

Im Oldtimer zum Gefahrguteinsatz

+

Rödermark - Die Ebbe in der Stadtkasse hat auch für den Fuhrpark der Feuerwehr Konsequenzen. Der Gerätewagen Gefahrgut in Ober-Roden hat 34 Jahre auf dem Buckel, ein Löschgruppenfahrzeug der Urberacher Wehr tut seit 27 Jahren Dienst. Von Michael Löw 

Das sagte Stadtbrandinspektor Herbert Weber bei der Hauptversammlung der Rödermärker Brandschützer. Die Fahrzeuge sollten eigentlich nach 25 Jahren ausgetauscht werden. Schneller Ersatz ist aber nicht in Sicht, denn Genehmigungsverfahren, Ausschreibung und Bestellung dauern in der Regel zwei Jahre. Mangels Geld fallen immer wieder Inspektionen und Wartungen aus, was wiederum die Kosten für Reparaturen steigen lässt. Weber warnte in seinem Jahresbericht auch vor dem Ausfall von Feuerwehrautos.

Die technische Ausstattung gewinne immer größere Bedeutung, denn bei einem Alarm tagsüber seien die ersten Fahrzeuge „oftmals ohne ausreichend qualifiziertes Personal“ besetzt, um die Hilfsfrist von zehn Minuten einhalten zu können. Die Einsatzleiter müssten ganz genau abwägen zwischen Schnelligkeit, Effektivität und letztlich der Sicherheit der Mannschaft.

Während der normalen Arbeitszeiten hat Weber 27 Männer und Frauen - 22 in Ober-Roden, fünf in Urberach - zur Verfügung. Theoretisch. Doch nicht alle können sofort los, wenn der Piepser geht. Und dann müssen sie auch erst einmal von ihren Schreibtischen oder Werkbänken zum Feuerwehrhaus kommen, was kostbare Zeit verschlingt. Ein Wunder also, wenn Weber die so genannte Tageseinsatzverfügbarkeit mit nur einem Wort kommentiert: „Schlecht!“

Übung der Jugendfeuerwehren

Übung der Jugendfeuerwehren

Der Stadtbrandinspektor klagt auch über bauliche Defizite: Für die zwölf Feuerwehrfrauen fehlen Umkleideräume, dem Nachwuchs mangelt es an Gruppenräumen. Zudem gebe es keine Trennung zwischen jenen Bereichen, in den Einsatzkräfte ihre verschmutzte Ausrüstung wechseln, und den „sauberen“ Bereichen. Auch die Notstromversorgung lasse zu wünschen übrig.

Weber appellierte an Magistrat und Parlament, bei allen Entscheidungen der kommenden Monate jegliches Stadtteildenken außen vor zu lassen: „Wir müssen die Feuerwehr Rödermark gemeinsam zukunftsfähig gestalten.“ Die bedarfsgerechte Technik sei ein Aspekt, die personelle Situation der nächste.

Übung in der Feuerhölle

Quelle: op-online.de

Kommentare