Fahrradhändler auf Sportler und Nostalgiker eingestellt

„Stadtradeln“ hat Premierenergebnis übertroffen

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Andreas Hunkel von „Radsport 360“ verkauft überwiegend sportliche Fahrräder, denen man ihre High Tech-Eigenschaften schon von weitem ansieht.

Rödermark - 47.000 Kilometer haben die „Stadtradler“ bis gestern zurückgelegt und damit die von Bürgermeister Roland Kern angepeilte symbolische Äquatorumrundung vorzeitig geschafft. Morgen beendet eine Tour nach Dreieichenhain die Aktion. Von Michael Löw

Wir haben uns bei Rödermarks Fahrradhändlern umgehört, was man beim „Stadtradeln“ und auch sonst fährt. Michael Gotta, Chef des ältesten Fahrradgeschäftes in der Stadt, berichtet, dass der Renner 2014 auch der Renner 2015 ist: „Jeder kommt und fragt nach E-Bikes.“ Die meisten Käufer von Fahrrädern mit Elektromotor gehören der Altersgruppe 50plus an. Aber zunehmend zeigen auch Jüngere Interesse, weil sie mit dem E-Bike ihre Touren verlängern können. Quasi als nostalgisches Gegengewicht hat Gotta Retroräder ausgemacht - mit Kettenkasten, Schutzblechen wirklich aus Blech, Klingel und Gepäckträgern. Beim „Stadtradeln“ trat er bis zu seinem Armbruch für den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub in die Pedale. Stolze 6.000 Kilometern hat das Team bisher zurückgelegt. Beruflich profitiert Michael Gotta nicht unbedingt von diesem Engagement: „Ab und zu kommt einer, der mitmacht, und sagt ,Schau mal bei meinem Rad nach dem Rechten!"“

Bei Michael Gotta erkundigt sich die Kundschaft immer häufiger nach Retrorädern, deren Technik eine Nummer bescheidener ausfällt.

Daniel Rebmann („Radwerk“) verkauft derzeit etwa 30 Prozent E-Bikes. Unter den übrigen 70 Prozent sind viele Crossbikes, die die Robustheit eines Mountainbikes mit den Laufeigenschaften eines Tourenrads verbinden. „Mountainbikes mit 29-Zoll-Bereifung sind gesetzt“, nennt Andreas Hunkel von „Radsport 360“ einen seiner Verkaufsschlager. Die kennt er auch aus eigener Er-Fahrung, denn mit Hanno Wirth vom ADFC bringt er eine kleine Mountainbike-Gruppe in Schwung. Auch ansonsten ist sein Geschäft „eher sportiv geprägt“. E-Bikes gewinnen dank Leasing an Boden. Die Firma Videor in Ober-Roden hat zum Beispiel mehrere geleast und will ihre Mitarbeiter so zum Verzicht aufs Auto bewegen.

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Quelle: op-online.de

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