Magistrat: Lichter gehen nicht aus

Straßenbeleuchtung wird Privatsache

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Rödermark - Gehen abseits der Hauptstraßen die Lichter aus, damit die Stadt auf dem Konsolidierungspfad nicht ins Straucheln gerät? 130.000 Euro muss Rödermark bei der Straßenbeleuchtung sparen, sonst wird’s auch unterm Schutzschirm des Landes ungemütlich.

Besagte Sparvorgabe, im Dezember 2012 vom Parlament mit großer Mehrheit beschlossen, ist durch energieeffiziente Technik auf 100.000 Euro geschrumpft. Doch selbst dieses Ziel könnte die Stadt nur erreichen, wenn sie außer Hauptstraßen und Kreuzungen nichts mehr beleuchtet. Diese Rechnung der Verwaltung hat der Magistrat bisher lediglich zur Kenntnis genommen, entschieden ist noch nichts. Doch die Sorge um dunkle Wohnviertel beschäftigt unsere Leser. „Straßenlampen aus? Das ist der Schutzschirm Nummer zwei, unter den sich Diebe bequem stellen können“, empört sich Kurt Krummholz.

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Und Klaus Neumann schreibt: „Nachts soll die Stadt in dunklen Tiefschlaf verfallen. So wurde es offensichtlich im Magistrat diskutiert. Bei allem Verständnis für den Schutzschirm; fällt den Damen und Herren wirklich nichts besseres ein, als nachts die Lampen auszuschalten? Nie was von „lichtscheuem Gesindel“ gehört? Nie was von Sparlampen? Nie was vom Sicherheitsgefühl der Bürger? Da haben wir uns als „Wachsame Nachbarn“ vor Jahren dafür eingesetzt, dunkle Ecken besser zu beleuchten - und jetzt machen wir alles dunkel? Fehlt noch der weltweite Aufruf an alle Gauner: Kommt nach Rödermark, hier könnt Ihr nachts im Dunkeln ohne Risiko Autos aufbrechen, einbrechen und klauen. Möglicherweise steckt aber auch ein anderer Gedanke dahinter: Lass doch die Anwohner auf eigene Rechnung die Straßen von ihren Häusern aus beleuchten. Strahler an jedes Haus. Tenor: Kosten klammheimlich auf die Bürger abwälzen.“

Heiß diskutiert wird die Sache auch auf unserer Webseite. Nachthimmel zum Beispiel schlüpft in die Rolle der vermeintlich Begünstigten: „Wenn ich Einbrecher wäre, dann hätte ich lieber eine bessere Sicht als eine schlechte.“ „Da hat/haben die Gemeinde(n) Jahrzehnte mit unserem Geld „gewirtschaftet“, und jetzt wo die Kassen leer sind, da sollen wir mit unserer Sicherheit bezahlen, damit die Banken ihr Geld bekommen?“, kritisiert Atheist die Fehler der Vergangenheit.

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Auch Tazzyminator hat wenig Verständnis fürs Abschalten von Straßenlampen - ohne gleich die Einbrecherkeule zu schwingen: „Ich kenne die Historie dieser Stadt zu wenig, um die Gründe für den Sparzwang hinterfragen zu können. Was ich allerdings kenne, sind Grundsteuer und andere Abgaben, die man leistet, um entsprechenden Gegenwert zu erhalten. Warum es gerade die Straßenbeleuchtung sein muss, erscheint mir schon recht fragwürdig. Im Winter ist es doch gerne auch mal glatt auf den Straßen, dies sieht man einfach eher wenn die Straße beleuchtet ist. Warum gerade in einem Sicherheitsbereich gespart wird, ist dann nicht nachvollziehbar.“

Bürgermeister Roland Kern betont, dass der Magistrat noch keine Entscheidung getroffen hat. Die Stadt könne die Vorgaben des Schutzschirms kreativ umsetzen. So habe sie voriges Jahr die Vereinsförderung nicht um 250.000 Euro gekürzt - was praktisch deren Ende bedeutet hätte -, sondern nur um 50.000 Euro. Der Erste Stadtrat Jörg Rotter wird deutlicher: „Im Magistrat will keiner, dass in Rödermark die Lichter ausgehen.“

Quelle: op-online.de

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