Stadt kritisiert Hessen Mobil

Streit um Baustellen-Umleitung an der B459

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Nach mehr als 30 Jahren Dauerbelastung lässt Hessen Mobil die Triftbrücke sanieren. Unter anderem muss der Übergang zwischen der eigentlichen Brücke und den Zufahrtsrampen erneuert werden. Diese Konstruktion gleicht jene Verformungen aus, die Temperaturschwankungen mit sich bringen.

Ober-Roden - Die Staus durch Ober-Roden sind kürzer geworden, der Ärger über die Umleitung der Doppelbaustelle Triftbrücke/Anschlussstelle B 45 bleibt aber groß. Von Michael Löw 

Gestern Morgen bremste eine überraschend aufgestellte Behelfsampel an der zweiten Brücke des Rödermarkrings Autofahrer auf ihrem Weg ins Industriegebiet aus. Als gäb's rund um Ober-Roden nicht schon genug Baustellen und Behinderungen: Eine Behelfsampel auf der Brücke über die Dreieichbahn machte den Rödermarkring (B 459) gestern Morgen mehrere Stunden zur Ein-Spur-Straße. Leidtragende waren vor allem Pendler, die zur Arbeit ins Industriegebiet wollten. Das Ordnungsamt war nach Auskunft des Ersten Stadtrats Jörg Rotter nicht über die Arbeiten informiert worden und vermutete, dass Hessen Mobil die Ampel aufstellen ließ.

Stefan Hodes, Sprecher der Landes-Straßenbaubehörde, gab im Gespräch mit unserer Zeitung den schwarzen Peter zurück: „Wir vermuten, dass es sich um eine Baustelle der Stadt handelt.“ Klarheit schaffte ein Ortstermin von Ordnungsamtsleiter Artur Singer: Arbeiter der Straßenmeisterei Neu-Isenburg kontrollierten die Brücke von oben und unten, nachdem sie ein dreiviertel Jahr auf das Okay der Bahn gewartet hatten. Das hatten sie weder der Stadt noch Hessen Mobil gemeldet. Hätte ein besseres Umleitungs-Management die Staus, die vor allem am Montag und Dienstag während des Berufsverkehrs Ober-Roden lahm legten, verkürzt? Darüber streiten Stadt und Hessen Mobil. Behördensprecher Hodes hat die Kritik von Stadtrat Rotter zurück gewiesen: Die gleichzeitige Sperrung der Triftbrücke und der B 45-Anschlussstelle Ober-Roden sei mit allen beteiligten Kommunen abgesprochen und in umfangreichen Besprechungen - inklusive einer Computersimulation mit der erwarteten Verkehrsbelastung für Ober-Roden - ohne Widerspruch akzeptiert worden. Allerdings akzeptieren viele Autofahrer die lange Umleitung nicht und stauen sich durch Ober-Roden

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Hodes wehrte sich auch gegen den Vorwurf, die Beschilderung von Baustellen und Umleitungsstrecken sei zu spät und fehlerhaft erfolgt: Die eigentliche Umleitungsbeschilderung hätte erst unmittelbar vorm Baubeginn, also am Sonntag, aufgestellt werden dürfen. Dieses Einwand lässt Rotter nicht gelten und zieht Parallelen zum Umbau der Waldacker-Kreuzung vor einem Jahr. Auch damals habe Hessen Mobil die Arbeiten rechtzeitig angekündigt, die Absperrbaken und Schilder aber erst wenige Stunden vorher aufgestellt. Die Wut der Autofahrer war groß. Um solche unliebsamen Überraschungen zu vermeiden, habe Hessen Mobil den Kommunen und dem Kreis versprochen, Schilder künftig frühzeitig aufzustellen, sagte Rotter. Jetzt sei das gleiche Malheur wieder passiert.

Kurios: So tierisch kann ein Stau sein

Dass Hessen Mobil die von ihn angeordneten Halteverbote entlang der Ober-Röder Hauptstraßen als „nicht abgestimmten Teil der Verkehrssicherung und Umleitungsbeschilderung“ bezeichnet, lässt Stadtrat Rotter kalt. Er steht zu den Verboten, die den Verkehr vor dem Kollaps bewahren. Zur Unterstützung der Ordnungspolizisten hat Rotter einen Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes angefordert, der die Halteverbote durchsetzt.

Quelle: op-online.de

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