SV Darmstadt 98 kommt am Freitag

Urberach fiebert Lilien entgegen

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Aufstiegsheld Dirk Schuster gastioert mit seinen Lilien in Urberach.

Urberach - Es kribbelt - zumindest bei jenen Menschen, die dem Fußball verbunden sind und womöglich noch ein Herz für die Darmstädter Lilien haben. Ganz besonders kribbelt es in Urberach.

Dort hat der FC Viktoria das Wagnis auf sich genommen, binnen neun Tage ein Testspiel gegen den Bundesliga-Neuling zu organisieren. Anpfiff ist am Freitag um 18. 30 Uhr im Urberacher Waldstadion. Jürgen Braun, im Viktoria-Vorstand für die Finanzen zuständig und vor 35 Jahren in der A-Jugend des SV Darmstadt 98 am Ball, ist elektrisiert: „Das ist ein Riesen-Event für uns und ein reiner Glücksfall. Eine andere Mannschaft, die als Testspielpartner geplant war, hat kurzfristig abgesagt. Über den nur wenige Meter neben dem Viktoria-Stadion wohnenden Lilien-Präsidenten Rüdiger Fritsch und über Stefan Billing kam der Kontakt zustande: „Ihr könnt das Spiel haben, wenn ihr es schafft, das in neun Tagen zu organisieren’“

Jürgen Braun und Michael Hock hatten binnen weniger Stunden rund 70 Helfer mobilisiert und eine meterlange To-do-Liste angelegt. Die Finanzen waren rasch geklärt: Darmstadt 98 bekommt einen vergleichsweise geringen Obolus, der sich an der Zuschauerzahl orientiert, aber nach oben begrenzt ist. Doch wie viele Besucher sind zu erwarten? Da ist Braun überfragt. Beim Spiel gegen Eintracht Frankfurt vor zehn Jahren waren es rund 3000. „Wir rechnen mit 1000, freuen uns über 2000, und alles darüber wäre sensationell!“ 500 Erwachsenen- und 100 Jugendkarten haben die Darmstädter zum Verkauf. Und da Urberach nur einen Katzensprung entfernt ist, werden diese dort wohl auch ihre Abnehmer finden.

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Alles Andere ist Risiko. Getränke und Würstchen lassen sich vielleicht noch auf Kommission kaufen, die Brötchen garantiert nicht. Den Finanzchef sorgen viele Kosten, die auf den ersten Blick ebenso versteckt sind wie die damit verbundene Arbeit: Kartendruck, Werbung, Versicherung, Johanniter-Unfallhilfe, Sicherheitsdienst. VIP-Raum herrichten, Platz gut vorbereiten, eine Absperrung zum Wald hin schaffen: Bei den handfesten Arbeiten muss jedes Vereinsmitglied mit anpacken. Die G- und die F-Jugend werden am Freitag mit einlaufen; die E- und D-Jugend stehen Spalier.

Ein Problem, das die meisten Besucher direkt betrifft: Wo nimmt der FC Viktoria so viele Parkplätze her? Die benachbarten Vereine BSC und MTV sowie das Autohaus Mieth haben sofort ihre Mithilfe angeboten. Das Parken auf Wiesen hat die Naturschutzbehörde untersagt. Da hilft nur der Appell an die Vernunft der Besucher, ohne Auto zu kommen. Bei der Viktoria schweifen die Gedanken auch ins Jahr 2012 zurück, als sie im Hessenpokal gegen Darmstadt 98 „nur“ mit 0:1 verloren – damals spielte die Viktoria eine Klasse höher als heute in der Verbandsliga und die Lilien drei Klassen tiefer als in der neuen Saison. (chz)

Quelle: op-online.de

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