Ferienspiele in Rödermark

Täglich 16 Kilo Brote geschmiert

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Ganz egal, auf welchem der begehrten Plätze die Gruppen mit ihren Waldgärten am Ende auch landeten: Sie freuten sich alle gleichermaßen über Urkunden, Lagerzeitung und Süßigkeitentütchen.

Rödermark - Großes Geburtstagsfest am Samstag zum Ausklang von 40 Jahren Bulaufreizeit in Urberach, Abschlussfest auf dem Sonnendeck der Kreuzfahrtschiffes „Hoabach“ in Waldacker – die Ortsteile haben wieder Ruhe, doch die Kinder sind traurig, dass die Zeit der Ferienspiele schon vorbei ist. Von Christine Ziesecke 

Auf der Bulau erinnerte vieles an die letzten 40 Jahre – nicht nur die besten Gruppennamen, die diesmal wieder zum Leben erweckt wurden. Der Freizeitablauf ist eh bewährt und kaum verändert: Die Kinder freuen sich genau auf das, was immer schon war. 129 Jungen und Mädchen zwischen 7 und 14 Jahren in zwölf Gruppen, dazu ein 29-köpfiges Team um das Betreuertrio Steffi Schwarzkopf, Marco Weckesser und den „Leitungs-Azubi“ Leon Ayahs, und eine Blockhütte voller Eltern und Freunde: Das war die Kulisse für die Siegerehrung der schönsten Gärten, die von den Kinder in der vergangenen Woche angelegt und mit Naturmaterialien verschönert wurden. Die Gruppen mit klangvollen Namen wie Gonzo, Shanty oder die Schlumpfinen bekamen ihre Urkunden, allen voran „Asterix“ und „Sieben Zwerge“ und die Sieger, der „Regenbogenfisch“. Die Theater-AG erfreute dazu mit einem kleinen Stück rund um den 40. Geburtstag der Freizeit.

Hochzufrieden über den Verlauf der Bulaufreizeit zeigte sich das ganze Team, das wetterbedingt am Donnerstag etwas Spontaneität zeigen musste, aber voll des Lobs über die Teilnehmer war. Pfarrer Klaus Gaebler dankte zum Abschied vor allem dem Betreuerteam und dem nach 16 Jahren ausscheidenden Marco ebenso wie dem Küchenteam um Katharina Ayahs mit ihren Helferinnen und Helfern. Sie hatten alle Hände voll zu tun gehabt: 16 Kilo Brot wurden allein täglich von ihnen mit Marmelade geschmiert, denn Marmeladenbrot bei der Bulaufreizeit muss sein!

Das galt auch für die Stadtranderholung der Nazariusgemeinde, deren Abschlussfest mit 160 Passagieren unter der Leitung der Kapitäne Steffen Reichert und Niklas Metz und einer 52-köpfigen Crew alle Fahrgäste, Piraten und viel Volk aus deren Familien an Deck zusammenbrachte. Der Gottesdienst zu Beginn stand ganz im Zeichen des Amoklaufs am Vorabend in München, der so viele Menschenleben gekostet hatte – Diakon Eberhard Utz fand den richtigen Ton, indem er auf fröhliche Lieder verzichtete.

Doch nach der Andacht kehrte das Leben zurück aufs Schiff. Das Wetter hatte es gut gemeint; hoher Seegang herrschte nur, als die Gruppen in Steinau waren (wo es weniger regnete). Genug Zeit, das Showprogramm aller Kreuzfahrer für ihre Gäste einzustudieren, war jedenfalls: herzerfrischende Gruppen mit ebensolchen Namen wie „Hoabach Haie“, „Die 13 mutigen Kreuzfahrtpiratinnen“, „Die elf Kreuzfahrtprofis“ oder auch „Die Elf von der Poolbar“ präsentierten starke Muskeln, tanzende Grazie, rappende Gangster und zarte Bande zwischen Männern und Frauen, verbundene Augen samt Geschmacksspielchen zwischen Teamern und Kindern oder die Suche nach dem Hoabacher Supertalent.

Bilder: Ferienspiele enden mit großen Festen

Doch auch der schönste Spaß – der noch dazu ohne Zwischenfälle ablief – hat ein Ende. Das gilt leider auch für die Führungsetage. Freizeitleiter Steffen Reichert bedankte sich bei seinem Team, bei den Küchenfeen und bei seinem Kollegen Niklas Metz und verabschiedete sich dabei – vorläufig, denn sein duales Studium an der Berufsakademie wird ihn im kommenden Jahr nach Stuttgart verschlagen. Der lautstarke Applaus „seiner“ Kinder ließ seine Beliebtheit erahnen, was auch für seinen „Vize“ Niklas Metz galt, der im kommenden Jahr einen freizeiterfahrenen Kollegen bekommt: unter großem Beifall wurde Luis Rebmann als Nachfolger für Steffen Reichert vorgestellt.

An Freizeiterfahrung reich ist auch Florian Brehm: Er wurde für zehn Jahre im Team der Stadtranderholung geehrt. Und auch der Spendentopf zugunsten der Teamer fand gute Resonanz bei den Eltern: „Schließlich haben die jungen Leute sich eine Woche lang ehrenamtlich um unsere Kinder gekümmert und stehen ab morgen früh wieder den ganzen Tag zum Abbau bereit – da lasst sie doch wenigstens heute Abend mal richtig feiern!“ Bleibt die Freude auf nächstes Jahr: dann laden die katholischen Gemeinden Rödermarks wieder in der ersten Ferienwoche ein.

Quelle: op-online.de

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