Staatsanwaltschaft lässt Unfall auf Hof eines Autohauses nachstellen

Tod eines Einbrechers gibt Rätsel auf

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Symbolbild

Ober-Roden - Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat gegen den Wachmann, der einen Autoknacker überfahren hat, routinemäßig ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Doch was auf dem Parkplatz eines Autohauses genau passierte, liegt noch im Dunkeln. Von Michael Löw 

Auch knapp zwei Wochen nach dem Tod eines mutmaßlichen Einbrechers im Industriegebiet Ober-Roden gibt es nur wenige endgültige Antworten. Ein 40-jähriger Litauer war in der Nacht zum Ostersonntag vom Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes angefahren und dabei so schwer verletzt worden, dass er auf dem Weg ins Krankenhaus starb. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt gegen den 34-jährigen Wachmann wegen fahrlässiger Tötung. Das sei das bei Unfällen mit Todesfällen übliche Verfahren, erklärte die stellvertretende Behördensprecherin Barbara Sieger gestern auf Anfrage unserer Zeitung.

Ein Aspekt der Ermittlungen: Hat der Wachmann, der wegen eines Einbruchalarms zu dem Autohaus gefahren ist, möglicherweise überreagiert und wollte den nächtlichen Eindringling erschrecken? Hinweise, dass er den 40-Jährigen absichtlich überfahren hat, gibt es nach Aussage der Staatsanwaltschaft aber bislang nicht. Nach den ersten Ermittlungen fuhr der Wachmann mit etwa 30 Stundenkilometern über den Hof des Autohauses. Er hatte dort einen aufgebrochenen Neuwagen entdeckt und suchte das Gelände ab, als ihm der 40-Jährige vors Auto rannte.

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Ein Gutachter soll den genauen Hergang klären. Die Staatsanwaltschaft lässt den tödlichen Zwischenfall vor Ort nachstellen. Dabei, so Barbara Sieger, gehe es nicht um einen spektakulären Stunt, bei dem jemand vor ein fahrendes Auto springt. Der Gutachter rekonstruiert die Lichtverhältnisse nachts um 3.30 Uhr: Welche Strahler leuchten ständig? Welche reagieren auf Bewegungen? Was sieht ein Autofahrer dort mit Abblend- und was mit Fernlicht? Bis die Ergebnisse vorliegen, kann es mehrere Wochen dauern. Polizei und Staatsanwaltschaft nennen den Getöteten nach wie vor einen mutmaßlichen Einbrecher. Doch einiges spricht dafür, dass der Alarm ihn und vermutlich einen zweiten Mann beim Autoknacken störte. Die Polizei fand auf dem Hof entsprechendes Werkzeug.

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Quelle: op-online.de

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