Standort für die Wirtschaft

Unternehmerforum fühlt Kandidaten auf den Zahn

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Thomas H. Günther (rechts) und Michael Haberstroh (links) bedankten sich als Sprecher des Unternehmerforums Rödermark bei den drei Kandidaten Carsten Helfmann (CDU), Samuel Diekmann (SPD) und Tobias Kruger (FDP), deren Vorstellungsrunde von Daniela Süß-Wunderlich moderiert wurde.

Rödermark - Eine Wundertüte mit völlig neuem Inhalt bekam das Unternehmerforum Rödermark (UFR), das schon vor längerer Zeit die Bürgermeisterkandidaten eingeladen hatte.

Statt Jörg Rotter kam Carsten Helfmann als CDU-Bewerber und AL/Die Grünen waren nicht vertreten - Karl Schäfer hatte letzte Woche seine Kandidatur zurückgezogen. „Der Termin ließ sich nicht so leicht verschieben“, sagte UFR-Sprecher Thomas Günther. Die Unternehmer seien zwar an der politischen Zukunft der Stadt interessiert, aber zeitlich wenig flexibel. Daniela Süß-Wunderlich moderierte die Runde im Autohaus Mieth. Alle drei Kandidaten hatten sich auf die Fragen vorbereitet. Sie stellten sich selbst vor und skizzierten ihre Visionen von Rödermarks Zukunft.

Vision war auch das Stichwort für den FDP-Kandidaten Tobias Kruger (37), Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Kreistag und Stadtverordneter in Rödermark. Für seine Stadt wolle er „die Fenster im Rathaus aufstoßen“ und mehr Visionen umsetzen. „Ein Unternehmen braucht nicht nur mehr Platz zum Expandieren, sondern auch ein gutes Umfeld für seine Mitarbeiter.“ Dazu zähle auch bezahlbarer Wohnraum, notfalls als Rödermark-Tower in die Höhe gebaut. Die Integration der Flüchtlinge hält Kruger derzeit für unstrukturiert und schwer erreichbar. Zur besseren Sicherheit wünscht er sich wieder eine dauerhafte Polizeipräsenz in der Stadt.

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Daran zweifelt sein Mitbewerber von der SPD. Pastor Samuel Diekmann (35) greift auf eigene Erfahrungen als Unternehmensgründer zurück. Er kokettierte mit zwei Zahlen: 1250 Euro spendete das UFR an den Freundeskreis Flüchtlinge, rund zehn Millionen bezahlen die örtlichen Unternehmer an Gewerbesteuer. Als Bürgermeister wünsche er sich einen funktionierenden Wirtschaftsbeirat und wolle die Stadt als Standort präsenter machen. Er wolle kleinere bebaubare Flächen sammeln und in ein größeres Areal eintauschen – dann sei auch die Entwicklung billiger. Sein Lieblingskind ist die Digitaltechnik - von werbenden Apps bis zur digitalen Verwaltung.

Seine Verwaltungserfahrung als Bürgermeister in Eppertshausen nutzt CDU-Kandidat Carsten Helfmann (43), um auch für Rödermark zu werben. In der Bewertung von Zukunftsplanungen und Zahlen hält er sich noch zurück. Unter seiner Ägide seien die Gewerbesteuereinnahmen in Eppertshausen von 145 auf 348 Euro pro Bürger gestiegen, betonte Helfmann. Das sei deutlich stärker als in Rödermark. Zum Thema Sicherheit lobt er die aktive Feuerwehr und die Nachbarschaftshilfe. Er wolle keine großen Versprechungen machen, sondern ein verlässlicher Partner für die Wirtschaft, die Bürger und die städtischen Mitarbeiter sein. Integration bedeute für ihn vor allem Sprachkompetenz und Arbeitsplätze.

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Die Schlussworte der drei Kandidaten beendeten einen Abend, der nicht viel Neues brachte, zumal die Ziele aller drei zugunsten eines lebens- und liebenswerten und in dieser Runde vor allem auch wirtschaftlich interessanten Rödermarks gleich scheinen. Der Weg dahin dürfte noch einige Diskussionen bringen – die Vorstellung am Montag konnte vieles nur anreißen.

Für FDP-Mann Tobias Kruger ist es vor allem wichtig, das Farbenspiel der Parteienlandschaft in Rödermark zu verändern: Der Fortschritt gehe nur über eine bürgerliche Mehrheit. Für den Sozialdemokraten Samuel Diekmann war es einfach, auf seine Visionen zu verweisen: „Ich bin der Einzige mit einem fertigen Wahlprogramm – schauen Sie auf meine Homepage.“ CDU-Bewerber Carsten Helfmann beendete den Kandidatenreigen mit einem salomonischen Satz: „Wir sollten vor allem miteinander und nicht übereinander reden“, ein guter und frommer Wunsch vor der heißen Phase des Bürgermeisterwahlkampfs. Schließlich sind es nur noch 96 Tage bis zum 5. Februar 2017. (chz)

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Quelle: op-online.de

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