Mit optischen und akustischen Leckerbissen

KSV Urberach feiert bodenständige Fastnacht

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Bondgirls und böse Schurken: kess und immer mit einem gewaltigen Schuss Erotik.  

Urberach - Orwisch hellau: Aus den klassischen Bausteinen zusammengebaut, aber mit viel hausgemachtem und ganz eigenem Charme ummantelt sind die alljährlichen beiden Fremdensitzungen des KSV Urberach. Von Christine Ziesecke

Unter den allgefälligen Blicken ihres Vorsitzenden Werner Popp, seit einem halben Leben schon gewiefter Organisator des Orwischer Rosenmontagszuges, lädt die Kommission unter der Präsidentschaft von Lars Löbig und mit durchwegs showbereiten Elferräten, unter anderem mit Ex-Präsident Sebastian Popp, zur lokal geprägten Fastnacht ein. Viele eigene Garden von den bewunderten Jüngsten bis zu den altersgemäß Besten mit viel Showerfahrung ziehen die Blicke auf sich, doch darüber hinaus haben sich im Verein meist aus Gymnastikgruppen heraus eigene Frauengruppen wie etwa die „Montagsfrauen“ oder die „Ladykracher“ entwickelt. Sie legen ganz besonderen Wert auf hochwertige Kostüme und originelle Choreografien, durchwegs aus den eigenen Reihen erarbeitet, und machen es damit alle Jahre wieder spannend.

Aufwändig und mit viel Glamour die Älteren, die als Inkas in mystischer Kulisse tanzten, kess und immer mit einem gewaltigen Schuss Erotik die Anderen, die sich als Bondgirls und Schurken auslebten – jede Gruppe für sich ein Erlebnis, auch wenn gerade bei den Ladykrachern Maria Herzog und Renate San Nicolas sowie Trainerin Chrissie Lotz mit Wehmut verabschiedet wurden.

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Bereichernd dazu kommt beim KSV das Männerballett, das zu Lachtränen bewegt und auch in dieser Kampagne als Stewardessen tänzerisch wie auch von der charmanten Ausstrahlung her durchaus überzeugten. Dass die Elferräte fast zu jeder Schandtat bereit sind, bewiesen sie auch beim Orwischer Tauschkonzert, in dem Männer und Frauen in vertauschten Rollen mitwirkten: Tränenrührende „Baccara“, bodenständiger „VoXXclub“, eine fetzige Tina Turner und ein täuschend echter Michael Jackson trieben auch diesmal wieder Lachtränen in die Augen, ebenso wie die abschließende Darbietung der (weitgehend Elfer-geprägten) Sister Acts.

Fremdensitzung des KSV Urberach: Bilder

Originelle Wortbeiträge gab es von Renate San Nicolas und Lydia Suderleith aus der Sicht zweier Babys aus dem Gitterbett oder auch vom Ober-Röder Besuch Wolfgang Hitzel, der eine Elegie auf die Dicken anstimmte. Ute Justen und Maria Herzog in ihrem Sketch oder Chrissie Lotz als Fastnachts-Hypnose-Geschädigte, die zum eigenen Entsetzen in Ober-Roden aufwacht und sich dort auch noch wohl fühlt, bereiteten den närrischen Gästen im KSV-Heim hörbares Vergnügen, während Bernd Kosellek mit dem Alter jenseits des 40. Geburtstags haderte und Protokoller Bastian Lamprecht mit seinem Rückblick auf ferne und nahe Ereignisse des vergangenen Jahres eher nachdenklich machte.

Attraktion neben der Fastnachtsmusik von DJ Sommer: Das im vergangenen Jahr erstmals in dieser Halle erlebte Duo „Bros on Drums“ Sandro Inuanta und Lukas Reiss – sie rissen die Zuhörer mit ihrer Trommel-Akrobatik-Show wirklich von den Sitzen. Nächster Knüller in der KSV-Halle: der Kindermaskenball „KiMaBa“ am 30. Januar um 15.11 Uhr sowie der närrische Abend der Gymnastikfrauen am 6. Februar ab 20.11 Uhr. Karten dafür gibt’s am Kiosk „Bei Irena“ in der Bahnhofstraße 57 und in der Bäckerei Weller.

Quelle: op-online.de

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