Grüne Socken aus Österreich

AL feiert Geburtstag mit vielen Gästen

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Ministerin Priska Hinz war der nächste Ehrengast aus der Landesregierung, der sich ins Goldene Buch der Stadt Rödermark eintragen durfte.   -

Urberach - Ein Zeichen für Rödermarks Beliebtheit oder doch eher für die bevorstehende Kommunalwahl? Priska Hinz, Hessens Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, war das dritte Mitglied der Landesregierung, das sich binnen fünf Wochen ins Goldene Buch der Stadt eintrug.

Nach Finanzminister Dr. Thomas Schäfer beim Neujahrsempfang von Stadt und Gewerbeverein und Regierungschef Volker Bouffier anlässlich des CDU-Haspelessens war der 35. Geburtstag der Anderen Liste (AL) Grund für den neuen Besuch aus Wiesbaden. Rödermarks AL-Vorsitzende Perihan Demirdöven freute sich über die vielen Gäste, darunter fast alle Kommunalwahl-Kandidaten, während AL-Mitbegründer Roland Kern mit Presseberichten und Protokollen an die Anfänge erinnerte: Bernhard Gräser, Werner Mühling und er hatten über Weihnachten 1980 lange zwischen Urberach und Amerika hin- und hertelefoniert, ehe sie am 7. Januar 1981 eine Ortsgruppe Andere Liste/Die Grünen gründeten: „Meine Frau hat mal die Telefonrechnung gefunden: 210 Mark!“ „Die Investition hat sich gelohnt!“, rief AL-Vize Eckhard von der Lühe.

Allzeit gutes Stehvermögen auf grünen Socken - das war der Wunsch einiger Saalfeldener Parteifreunde, die mit 35 Fußwärmern zur Geburtstagsfeier nach Urberach gekommen waren. 

Kern erinnerte auch an die ganz einfachen Wahlzettel anno 1981 und einen Beitrag in der Presse: „Bei der Anderen Liste will man keinen Kandidaten besonders herausstellen, wir veröffentlichen deshalb einen Auszug aus dem Gruppenbild.“ So manches hat sich verändert, doch sehr vieles ist gleich geblieben. So musste auch Priska Hinz von Roland Kern erst auf den richtigen Sprachgebrauch für AL von „Alternative“ auf „Andere Liste“ korrigiert werden. Die Ministerin stellte Gedanken zur nachhaltigen Stadtentwicklung und zum Wohnungsbau an, erinnerte an grüne Themen wie Umweltschutz, Sozial- und Flüchtlingspolitik und betonte: „In Rödermark sind die Grünen in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“

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Daraus ergäben sich aber auch notwendige Weiterungen: 80.000 Flüchtlinge in Hessen brauchen ebenso wie sozial schwache Bürger bezahlbare Wohnungen. „Vor zwei Jahren haben wir dafür ein Sonderprogramm für Sozialwohnungen in Höhe von über 730 Millionen Euro aufgelegt und gleichzeitig das Wohnraumgesetz geändert“, sagte Priska Hinz. Eine stärkere Förderung von Mietwohnungen statt von Wohneigentum nutze Menschen, deren Einkommen über der Mindestgrenze für Sozialwohnungen liegen, die aber zu wenig für den freien Immobilienmarkt verdienen.

Zugleich habe Hessens schwarz-grüne Landesregierung 20 Millionen Euro für Kommunen freigegeben, um kurzfristig ohne lange Planungsphasen bezahlbaren Wohnraum für Flüchtlinge auch ohne Aufenthaltsgenehmigung oder Menschen mit zu niedrigem Einkommen anbieten zu können: „Keine Sozialwohnung wird aus Geldmangel fehlen!“ Mitziehen müssten Kommunen aber auch beim Klimaschutz.

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Ferdinand Salzmann, mit drei weiteren Grünen aus Ober-Rodens österreichischer Partnerstadt Saalfelden zum Geburtstag angereist, hatte ein symbolkräftiges Geschenk im Gepäck: 35 verschieden grüne und verschieden große Stricksocken - für jeden der AL-Kandidaten einen: „Für ein besonders gutes Stehvermögen bei der Wahl und später für die Parlamentsmitglieder. Und wenn jeder, der nicht gewählt wird, seinen Socken zurückgibt, haben wahrscheinlich auch alle Repräsentanten dann zwei“, machte Salzmann seinen deutschen Parteifreunden Mut. Die Grünen aus Saalfelden und die AL Rödermark pflegen seit 20 Jahre eine enge Freundschaft.

chz

Quelle: op-online.de

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