Stadt begrüßt wieder neue Staatsbürger

„Habe lange Bedenkzeit gehabt“

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Den durch die Sparkasse Dieburg mit 1000 Euro dotierten Integrationsförderpreis der Stadt Rödermark bekommen in diesem Jahr das Alternative Zentrum Rödermark AZ und der Deutsch-Türkische Freundschaftsverein DTF für ihr gemeinsames Projekt „Kunst und Kultur für Offenheit und Verständigung“ und das geplante Konzert im November. 

Urberach - Guter und durchaus auch würdevoller Brauch der Stadt Rödermark ist es seit Jahren, am Tag des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland jene Bürger öffentlich zu begrüßen, die im vergangenen Jahr die deutsche Staatsangehörigkeit bekommen haben. Von Christine Ziesecke 

In diesem Jahr betraf das 58 Menschen aus 24 Ländern – erstmalig aus allen fünf Kontinenten. Waren bislang stets die türkischen Mitbürger zahlenmäßig ganz vorn, so ist diesmal erstmalig ein neue Konstellation gegeben: Neben zehn türkischstämmigen sind es diesmal ebenso zehn Menschen mit kroatischen Wurzeln, die jetzt Deutsche wurden. Dem folgen die Heimatländer Italien, Pakistan, Afghanistan und viele weitere. 14 von ihnen, darunter mehrere Kinder, waren mit Familien in die Kelterscheune gekommen, wo sie – mit Klaviermusik von Sora Jang – herzlich begrüßt wurden.

Alle Jahre ein kleiner Höhepunkt: die „Live-Einbürgerung“, für die extra Margot Andreas vom Bürgerbüro mit Stadtstempel und allen Unterlagen anwesen ist. In diesem Jahr war es die Griechin Maria Bampakou, die vor den Augen der zahlreichen Gäste aus Politik und Vereinen ihre Einbürgerungsurkunde bekam und ihre deutsche Staatsbürgerschaft unter anderem mit ihrer Unterschrift beglaubigte. „Ich habe mir lange zum Nachdenken Zeit gelassen, schließlich bin ich schon 39. Ich habe mich hier immer wohl gefühlt und freue mich jetzt über meine deutsche Staatsbürgerschaft. Und ich glaube, dass es trotzdem gelingen kann, die eigene Herkunft weiter würdig zu vertreten“, entgegnete Maria Bampakou den Glückwünschen von Bürgermeister Roland Kern und Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Beldermann. Ihr Ehemann ist bereits Deutscher, ihre beiden Kinder sind es durch Geburt.

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Mit der Feier soll die Entscheidung für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung in angemessener Weise gewürdigt und die mit Rechten und Pflichten verbundene Aufnahme in die Wertegemeinschaft der Bundesrepublik Deutschland dokumentiert werden. Während der Einbürgerungsfeier wurde auch in diesem Jahr der Integrationsförderpreis der Stadt Rödermark vergeben. Der vielfach ausgezeichnete Verein für Fitness und Schwimmsport VFS mit seinem für kommenden Herbst geplanten Projekt „Zukunftswerkstatt für mehr Teilhabe“ vor allem von Migrantinnen und Migranten bekam das Versprechen, bei deren Organisation von der Stadt unterstützt zu werden.

Der Integrationsförderpreis 2015 der Stadt Rödermark ging jedoch nach Magistratsbeschluss an das Alternative Zentrum und den Deutsch-Türkischen Freundschaftsverein für ihr Projekt „Kunst und Kultur für Offenheit und Verständigung“, bei dem sie am 3. November in der Kelterscheune die Veranstaltung „Light in Babylon“ organisieren. Dabei werden Künstler unterschiedlichster ethnischer Wurzeln gemeinsam auftreten. Diesem Projekt kommt der von der Sparkasse Dieburg gestiftete Förderpreis in Höhe von 1000 Euro zugute; gleichzeitig soll damit die engagierte Arbeit beider Vereine gerade für die Integration vor Ort gewürdigt werden.

Quelle: op-online.de

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