Vorwürfe gegen VFS

Abgesagte Reha-Kurse werden zu Zankapfel

Rödermark - Kurzfristig hatte der Verein für Fitness und Schwimmsport (VFS) vorige Woche zwei Reha-Sportkurse für Krebskranke im Badehaus abgesagt.

Mit dieser Entscheidung zog der Vorstand die Kritik der Trainerin und von Teilnehmerinnen auf sich. Sie werfen dem VFS vor, sich nicht ausreichend mit der schwierigen Materie beschäftigt zu haben. Der VFS hatte die Absage vor allem damit begründet, dass er während der Ferien nicht ins Badehaus dürfe. Damit gebe es keine Möglichkeit, die vom Hessischen Behinderten- und Rehabilitationssportverband (HBRS) geforderten 50 Übungseinheiten innerhalb von 18 Monaten anzubieten. Als weitere Argumente führte der Vorstand den hohen bürokratischen Aufwand, die Kosten der eigens dafür ausgebildeten Trainerin und den großen Kommunikations- und Abstimmungsaufwand ins Feld.

„Diese Gründe waren dem Verein seit mindestens Mitte April bekannt“, kritisiert Trainerin Ute Backes. Hätte man alle Teilnehmer frühzeitig darüber informiert, dass das Training in den Ferien nicht stattfinden kann, und sie nur etwa 30 Trainingsstunden pro Jahr absolvieren können, hätten sie sich überlegen können, ob sie unter diesen Bedingungen an diesem Kurs teilnehmen wollen. Das habe sie dem VFS auch so mehrfach mitgeteilt. Auch ihr Stundenlohn sei dem Vorstand seit zwei Jahren schon bekannt.

Ute Backes macht den VFS auch für den langen E-Mail-Wechsl verantwortlich: Im Verein habe sich niemand mit der Besonderheit dieser speziellen Kurse beschäftigt, niemand habe sich mit ihren Fragen und Bedenken auseinander gesetzt. Ein weiterer Kritikpunkt von Ute Backes: „Ich habe im Vorfeld dieses Kurses viel Zeit und Geld für die vom Verein gewünschten Fortbildungen und die Organisation der Kurse investiert. Auf diesen Kosten bleibe ich jetzt sitzen.“ Unterstützung bekommt die Trainerin von Sabine Jaeger. Die 72-Jährige hatte sich für den Reha-Kurs angemeldet, Ute Backes habe ihr beim Bewilligungsverfahren mit Krankenkasse und Arzt „hoch motiviert“ geholfen. Sabine Jaeger: „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass der VFS nicht geklärt hat, wie die 50 Krankensporteinheiten im Schwimmbad untergebracht werden können.“

Hautkrebs - die unterschätze Gefahr

„Was wir falsch eingeschätzt haben, waren die Schließzeiten des Badehauses“, räumte die VFS-Vorsitzende Anne von Soosten-Höllings gestern gegenüber unserer Zeitung ein. Der VFS sei der Ansicht gewesen, Reha-Sport sei mehr als normaler Vereinssport. Für den ist das Badehaus während sämtlicher Ferien gesperrt. Ute Backes" Vorwurf, der Verein lasse sie auf Fortbildungskosten sitzen, weist Anne von Soosten-Höllings aber zurück. Die Trainerin biete allgemeinen Reha-Sport auch in anderen Vereinen an, das sei keine spezielle Ausbildung für den VFS gewesen. Die zusätzliche Ausbildung für Rehabilitationssport im Wasser habe der Verein aber bezahlt. (lö)

Quelle: op-online.de

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