Arbeitseinsatz in Waldacker

Viele Helfer auf der Heide

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Noch nie war die Zahl der ehrenamtlichen Helfer beim Arbeitseinsatz des Naturschutzbundes auf der Heide in Waldacker so groß wie diesmal.

Waldacker - „Wir waren von unserem Arbeitseinsatz in Waldacker hellauf begeistert. “ Diesen Satz hört man selten aus dem Mund von Dr. Rüdiger Werner, dem Vorsitzenden des Naturschutzbundes Rödermark. Auf dem Heidegebiet herrschte ein Hochbetrieb wie bei der Spargelernte. Von Christine Ziesecke 

Tief gebückt hackten und gruben Dutzende von Helfern alles das aus, was auf dem kargen Heideboden eigentlich nicht wachsen soll und was den Schafen im Spätsommer wohl nicht geschmeckt hatte. 17 Flüchtlinge waren dank der Initiative des Freundeskreises für Flüchtlinge in Rödermark als Helfer gekommen. Sie arbeiteten neben zehn Nabu-Mitgliedern, sieben weiteren Bürgern und der gesamten Familie Werner. Auch Stefan Gerl an der Motorsense war dabei, obwohl er sich sonst beim Naturschutzbund Darmstadt-Messel engagiert: „Nach so viel Politik in dieser Woche brauche ich dringend einen Ausgleich, um mich abzureagieren.“

Vier Nabu-Mitglieder koordinierten die Arbeit, schafften zwei Anhänger voll Grünschnitt weg, kutschierten Helfer herbei und sorgten fürs Mittagessen. 29 hungrige Mitarbeiter wollten verpflegt sein - so viele wie nie zuvor. Zum ersten Mal reichten die sonst reichlich bereitgestellten Getränke nicht aus.

Dabei war der Start des Tages alles andere als reibungslos gewesen. Rüdiger Werner: „Unser Anhänger mit sämtlichen Material war vorbereitet, doch der Geländewagen sprang nicht an.“ Er ließ sich nicht einmal mehr überbrücken, da half auch kein schnell herbeigerufener Werkstatt-Service. Eine passende Batterie war nicht vorrätig. „Also in Windeseile alles in das Privatauto umgeladen und in mehreren Etappen zur Heide gebracht. Um 10 Uhr gings los, um 10.03 Uhr war alles da. Glücklicherweise hat ein Nabu-Vorstandsmitglied sein Auto mit neuer Anhängerkupplung zum Wegbringen des Grünschnitts zur Verfügung gestellt.“

Gleich nach Ankunft musste erst einmal ein auf der Anfahrt mit dem Fahrrad gestürzter Flüchtling versorgt und anschließend heimgefahren werden, während ein Freund sein Rad in die Maybachstraße zurückbrachte. Aber es gibt ja immer wieder mal Wunder: „Unser Fahrdienst kam nicht alleine, sondern mit zwei Flüchtlingen zurück auf die Heide. Der Freund hatte gleich für Ersatz gesorgt.“

Nach der Schafbeweidung im August hatte Schäfer Markus Metzger Mitte September insbesondere die Brombeeren nachgemulcht. „Dies hatte für uns jetzt den Vorteil, dass die Brombeertriebe kurz waren und die Brombeeren sich recht leicht ausgraben ließen“, freute sich Rüdiger Werner. Die Reduzierung der Brombeeren war eine unangenehme Hauptarbeit für die Helfer. „Trotzdem gab es keine Beschwerden und viele Flüchtlinge fragten am Ende des Arbeitseinsatzes nach dem nächsten Nabu-Einsatz.“

Viele Eichensprösslinge wurden ausgegraben ebenso wie der Ginster, die Triebe der amerikanischen Traubenkirsche sowie der wuchernden Spierstrauch. Beim Ausgraben der Problempflanzen wird die Bodendecke beschädigt. „Diese Stellen bieten gerade auf der nährstoffarmen Fläche der Waldackerer Heide vielen Pflanzenarten die Möglichkeit der Neubesiedlung und erhöhen so die Vielfalt der Pflanzengesellschaft, die in diesem Areal ohnehin schon mindestens dreimal so hoch ist wie auf einer bewirtschafteten Wiese“, freut sich Rüdiger Werner. (chz)

Quelle: op-online.de

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