„Run 4 fun“ diesmal ganz vorn

Volkswandertag des KSV unter neuen Vorzeichen

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Werner Popp (Zweiter von links) ehrte gemeinsam mit Hans Ripper und Hans-Josef Lehr die Läufergruppen mit den meisten Teilnehmern.

Urberach - 410 Aktive machten sich beim Volkswandern des KSV auf den Weg. Erstmals in ihrer langen Geschichte fand die Veranstaltung nur an einem einzigen Tag statt. Dem KSV war’s recht. Er konnte seine ehrenamtlichen Helfer schonen.

Werner Popp (Zweiter von links) ehrte gemeinsam mit Hans Ripper und Hans-Josef Lehr die Läufergruppen mit den meisten Teilnehmern.

Erstmals in der Geschichte der Urberacher Volkswandertage war’s in diesem Jahr nur ein Tag, an dem gewandert wurde, wofür wohl auch jeder Teilnehmer Verständnis aufbrachte: „Wir dürfen unsere Helfer nicht so verschleißen. Es werden eh immer weniger, und sie werden immer älter. Wir sind froh, dass wir sie haben, und dürfen sie nicht zu sehr ausnutzen“, begründet KSV-Vorsitzender Werner Popp die Verkürzung. „Aber die Gerüchte stimmen nicht, dass sich die Wanderabteilung der KSV auflöst oder gar der IVV, der Internationale Volkssportverband – sie bestehen natürlich weiter!“ Lieber rechtzeitig vorbeugen als später jammern – zumal die Zahlen sich auch für einen Tag gut anließen. Statt 660 Wanderer 2015 an zwei Tagen kamen diesmal 410 an einem. Das war ein guter Schnitt, zumal 75 davon aus Rödermärker Ortsvereinen stammten.

Das Originelle daran: Kaum hatte unsere Zeitung im Vorfeld Klaus Karius für den seit vielen Jahren teilnehmerstärksten Ortsverein der Briefmarkenfreunde interviewt, landeten diese nur hinter den vordersten Plätzen auf Rang drei mit zwölf Teilnehmern. „Wir haben nach neun ersten Plätzen in Folge jetzt schon drei Pokale dauerhaft zuhause stehen – das reicht uns! Man muss anderen auch mal eine Chance geben“, kommentierte Briefmarkensammler-Chef Karius schmunzelnd das Ergebnis.

Aus Rödermärker Sicht waren „Run 4 Fun“ mit 19 Teilnehmern und der Rejoice-Chor stärker vertreten. Dahinter rangierten die Turnerschaft, die Germania, die Breidert-Initiative und die Kleingärtner Erlenwald sowie der BSC Urberach. An Auswärtigen lagen die Wandervögel Hering mit 20 Wanderern an erster Stelle bei der Teilnehmerzahl vor den Gästen aus Ober-Ramstadt (17) und dem Volkssportverein Wiesbaden mit 14 Wanderlustigen. Zur Auswahl standen wieder drei Streckenlängen von fünf, zehn und 20 Kilometern, allesamt gründlich vorbereitet und abgesteckt von den Helfern und Streckenposten des KSV und mit drei ständig besetzten Stempelstellen verstärkt, wo auch Getränke und kleine Imbisse nachgefasst werden konnten.

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Viele Wanderer – die von auswärts sowieso – starteten eh erst einmal mit einem ordentlichen Frühstück im Vereinsheim, wie etwa die fünf Wanderfreunde aus Hüttenthal im Odenwald. Sie waren typische Vertreter ihres Sports: allesamt zwischen 80 und 82 Jahre alt, alle auf der Zehn-Kilometer-Strecke unterwegs, Teil einer größeren Wandergruppe und eines 60 Personen zählenden Vereins, und sehr realistisch. „Es kommt halt nichts Junges nach; wir werden irgendwann immer weniger!“

Deutlich formulierten das auch Günter Gärtner (77) und Günter Wittich (79): „Wir haben das Porzellan-Syndrom. Wir haben nicht mehr alle Tassen im Schrank! Wir laufen dreimal in der Woche – wir lieben das Wandern einfach!“ Das können sie auch nicht leugnen. Günter Wittich etwa hat es seit 1970 auf 76.000 Kilometer gebracht. Und das alles auf den eigenen zwei Beinen. (chz)

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Quelle: op-online.de

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