Gemeinschaftsunterkunft im Industriegebiet

Vorläufige Bleibe für 150 Flüchtlinge in Ober-Roden

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In der Maybachstraße sollen ab Sommer Flüchtlinge ein vorläufiges Zuhause finden. Der Urberacher Immobilienunternehmer Roger Frank baut Büros und Werkstätten in Wohnräume um.

Ober-Roden - Die Zahl der Flüchtlinge geht zurück, nachdem einige Balkanstaaten ihre Grenzen dicht gemacht haben. Das bekommt auch Rödermark zu spüren. Trotzdem muss die Stadt auf Nummer sicher gehen und eine weitere Gemeinschaftsunterkunft einrichten. Sie entsteht in der Maybachstraße 4.

Die Stadt schafft im Industriegebiet von Ober-Roden Platz für bis zu 150 Flüchtlinge, die ihr der Kreis ab Sommer zuweist. Am 1. Juni sollen die ersten 40 in die Gewerbe-Immobilie in der Maybachstraße 4 einziehen, 20 weitere sind für September vorgesehen. Die Höchstzahl von 150 Personen kann nach Auskunft von Bürgermeister Roland Kern im Lauf des nächsten Jahres erreicht werden. Im Januar kamen 27, im Februar 38 Flüchtlinge nach Rödermark. Im März sank die Zahl auf neun, weil Österreich und mehrere Balkanstaaten ihre Grenzen geschlossen haben.

„Bei dieser Thematik gibt es keine Sicherheiten, weder nach oben noch nach unten. Zurzeit besteht beispielsweise eine zweiwöchige Pause in der Zuweisung von Flüchtlingen vom Kreis an die Kommunen“, sagte Kern gestern gegenüber unserer Zeitung. Anfang April will das Regierungspräsidium Darmstadt eine Prognose für das zweite Quartal abgeben. Die Stadt muss - und kann - flexibel reagieren und Vorsorge treffen.

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Betreiber der Gemeinschaftsunterkunft ist der Urberacher Immobilienunternehmer Roger Frank. Er hat voriges Jahr auch die frühere Polizeistation in der Odenwaldstraße und ein Nachbarhaus zu einem Flüchtlingsheim umgebaut. Das problemlose Nebeneinander von Asylsuchenden, Gewerbetreibenden und privaten Anwohnern dort war für die Stadt das auschlaggebende Argument, einen weiteren Vertrag mit Roger Frank zu schließen. Er hat eine Laufzeit von zehn Jahren und endet am 31. Mai 2026.

Die Vereinbarung ist flexibel gehalten und erlaubt es Frank, je nach Entwicklung normale Wohnungen zu schaffen. An der sechsteiligen Gewerbe-Immobilie sind nach Auskunft des Bürgermeisters „keine größeren äußeren Umbauten vorgesehen“. Jegliche Nutzung soll „nachbarschaftsverträglich“ erfolgen. Was genau darunter zu verstehen ist, wollen Bürgermeister Roland Kern und der Erste Stadtrat Jörg Rotter den Nachbarn am Freitag, 8. April, erläutern.

Als zweite neue Gemeinschaftsunterkunft ist das frühere Hotel „Johannishof“, das zwar zu Rödermark gehört, aber südlich der B 45 am Ortsrand von Eppertshausen liegt. Deshalb denken beide Kommunen auch über eine gemeinsame Nutzung mit ungefähr 100 Bewohnern nach.

Quelle: op-online.de

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