Wahlkampf in Rödermark

„Zum Komödienstadel erster Güte mutiert“

Rödermark - Nach zwei Kandidaten-Rücktritten nun auch ein Rücktritt vom Ruhestand: Roland Kerns Entscheidung, am 5. Februar 2017 als Bürgermeister mit verkürzter Amtszeit zu kandidieren, lösten bei CDU-Konkurrent Carsten Helfmann und der Opposition aus SPD, FDP und Freien Wählern (FWR) teils harsche Kritik aus.

Seine Bewerbungsrede zeuge einzig und allein von parteipolitischem Kalkül, warf Helfmann Kern vor, den er in den vergangenen zwölf Jahren als Bürgermeisterkollegen kennen und schätzen gelernt habe. Und wenn Kern schon antritt, hätte er nach Ansicht Helfmanns volle sechs Jahre Amtszeit anstreben müssen. Carsten Helfmann vermutet kühle Berechnung hinter dem jetzt schon für 2019 angekündigten Rücktritt: Kern will die CDU bis dahin in ein schwarz-grünes und ein bürgerliches Lager spalten.

Die FWR, die selbst keinen Kandidaten nominiert haben, werfen Roland Kern „Demokratieverständnis nach Sonnenkönigs-Art“ vor. Er beuge das Wahlgesetz, indem er sich eine maßgeschneiderte Wahlperiode „zurechtformt“, kritisiert der FWR-Fraktionsvorsitzende Peter Schröder in einer gemeinsamen Pressemitteilung der drei Oppositionsparteien.

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„Jeder der drei anderen Kandidaten wäre als Bürgermeister besser als ein weiter so wie bisher“, sagt FDP-Vize Dr. Rüdiger Werner stellvertretend für den liberalen Bewerber Tobias Kruger. Die Grünen sehen seiner Meinung nach ihre Felle davon schwimmen und nominieren mangels Alternativen einen 69-Jährigen, der seit langem verkünde, wie er sich auf den Ruhestand freue. Diese Kehrtwende nehme er Roland Kern nicht ab.

Auch für die SPD meldet sich nicht Kandidat Samuel Diekmann, sondern der Parteivorsitzende Hidir Karademir zu Wort. Er habe den Eindruck gewonnen, „dass diese Bürgermeisterwahl zu einem Komödienstadel erster Güte mutiert“. Nicht nur der AL, sondern auch der CDU mangele es an geeigneten Bewerbern vor Ort: Die nach außen nur so vor Kraft strotzende schwarz-grüne Koalition stecke tatsächlich jedoch in einem tiefen Dilemma und habe nur noch den Machterhalt als Ziel. (lö)

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Quelle: op-online.de

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