Walpurgisparty im Dinjerhof

Gruseliges über Hexen

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Je einfacher, desto passender im altehrwürdigen Dinjerhof: Spiele mit Hammer und Nägeln machten Älteren und auch Kindern Spaß.

Ober-Roden - Walpurgisparty im Dinjerhof – und das ohne Hexen. Die hatten wegen Schlechtwetter und Sturmwarnung wohl Flugverbot für ihre wackeligen Besen erhalten. Jedenfalls blieben sie der Veranstaltung bis spät in den Abend fern.

Eine neue Ausrichtung fand am Wochenende die Walpurgisnacht der DJK-Tischtennisabteilung im schön illuminierten Dinjerhof. Spaß für die ganze Familie war das Motto. Da die Trinkbornschule sich klassenweise gerade dem Mittelalter widmet, bot die Interessengemeinschaft lebenswerter Ortskern Ober-Roden IGOR den diesmaligen Ortskernrundgang – geleitet von Arno Mieth – vor allem für die Jüngeren im Grundschulalter an.

Unter dem Motto „Der Ortskern im späten Mittelalter, Hexenprozesse, alte Bachläufe, Mühlen und Brunnen“ wusste Arno Mieth Vieles aus der Geschichte Ober-Rodens bei den Jüngsten nachzufragen und dann zu erzählen. Das reichte vom Alter Ober-Rodens darüber, was man mit dem Wasser der Ober-Röder Brunnen früher machen durfte (nicht trinken jedenfalls) bis hin zu den Ober-Röder Hexenjagden, zu Steinigungen und manchem Gruseligen mehr.

Für Schüler gut verständlich, von zahlreichen wissbegierigen Erwachsenen aber auch gerne begleitet, war’s ein schöner Auftakt fürs anschließende gesellige gemeinsame Warten im Dinjerhof. Wichtigste Frage unter den bis dahin vielen Familien vor allem mit kleinen Kindern: „Wann kommt sie denn endlich?“ Gemeint war die Kutsche, die den Mitreisenden das Leben im beschaulichen Mittelalter näher bringen sollte. Doch man lernte rasch: Nicht nur die S-Bahn ist unpünktlich, sondern auch die von Menschenhand gelenkten und von Vierbeiner gezogenen Kutschen haben mal Verspätung!

Wer nicht irgendwann traurig abwanderte, sondern sich bei Kuchen und Suppe, Kaffee, Bier und Limonade im Gespräch die Zeit vertrieb, wurde belohnt. Drei Touren hoch droben auf dem Wagen gab’s gegen Abend noch durch den Ortskern, und nicht nur den Kindern gefiel das ausgesprochen gut. Vielleicht hat das DJK beim nächsten Mal ein paar Springseile parat oder ein, zwei Tischtennisplatten – es würde das Warten verkürzen. So aber hämmerten nur die Männer im Hof am Nagelklotz mit Kraft und Geschicklichkeit.

Die Gebete der im Vorfeld durchaus verunsicherten Organisatoren waren erhört worden. Der Wetterbericht hatte sich glücklicherweise wieder einmal gründlich getäuscht. Es fiel kein Regen, doch vorsichtshalber waren die überdachten Plätze in beiden Ebenen der Scheune und in der Laube schon am frühen Abend besetzt.

Die Eppertshäuser Folkband „Saytensprung“ hatte aber auch im Hof viele dankbare Zuhörer und revanchierte sich mit allem, was ihr Genre so hergibt, von irischem Folk bis zu wunderbaren Moritaten vom Schinderhannes und vom tugendhaften Frauenzimmer Sabinchen etwa. Die Musik, der trockene Samstagabend, „Hexentopf“, „Rittersteak“ und „Vegihokuspokus“ und die vielen gutgelaunten Gäste machten die dank einiger Sponsoren kostenlose Walpurgisnacht im kerzenerleuchteten Dinjerhof zu einem schönen Erlebnis. Zugleich aber machte der Tischtennisverein damit gute Werbung in eigener Sache. Montags, mittwochs und freitags trainieren die Mitglieder immer von 17.30 bis 19.30 Uhr in der Sporthalle an der Kulturhalle. Montags sind auch die sehr erfolgreichen Rope- Skipper (Seilspringer) dabei. Aus dem DJK sind schon viele Hessische und Deutsche Meisterinnen und Meister hervorgegangen. Der Standard ist hoch, aber Neulinge sind immer willkommen. Kontakt: Vorsitzender Gerhard Ruth-Schneider (0174/6599549), gerhard.j.ruth@arcor.de. (chz)

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Quelle: op-online.de

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