Volle Kontrolle dank Smartphone-Apps

KSV: Wanderer am Puls der Zeit

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Eine Handy-App zeigt Engelbert Lins aus Fulda genau an, wie weit er schon gelaufen ist und wie viele Kalorien er dabei schon verbraucht hat.  

Urberach - Wanderer bei den 38. IVV Volkswandertagen des KSV Urberach hatten die Wahl: samstags sonnig und warm, sonntags Regen - sanft, aber unerbittlich.

Doch Wanderer sind unerschrocken und laufen bei jedem Wetter, zur eigenen Ertüchtigung, zur Ehre ihres Vereins oder auch nur fürs Kilometersammeln. Mittlerweile erfahren sie viel Unterstützung durch moderne Technik. Dass Triathleten oder Marathonläufer mit allerlei Elektronik vertraut sind, ist verständlich; aber auch beim Volkswandern hat sie Einzug gehalten. Das ist eine der Erkenntnisse des Volkswandertages beim KSV, der wegen der Urlaubszeit erheblich mit Helfermangel zu kämpfen hatte.

Eine der ersten auf der Strecke über 20 Kilometer waren am Samstag um 7 Uhr Werner Vikari und Otmar Pick aus Darmstadt-Arheilgen. Der Ältere von ihnen wandert seit 1992 regelmäßig. Das unsichere Wetter war kein Hindernis, er hatte einen zusammengefalteten Regenschirm dabei und freute sich über das Interview mit der Reporterin. „Und das kann ich mir dann auf meinen Laptop holen?“, fragte Werner Vikari, mit großen Schritten auf die 80 Jahre zugehend. Die heutigen Silver Ager sind wahrlich nicht von gestern…

Beim KSV-Heim schickten derweil Hans Josef Lehr (eingesprungen für den erkrankten Hans Ripper und für Richard Kreis), seine Frau Dagmar und weitere zwölf Helfer die eintreffenden Wanderlustigen auf die drei Touren. Siegfried Koldert von den Wanderfreunden Mainz war noch unentschlossen: „Ich weiß noch nicht genau, vielleicht laufe ich 20 Kilometer“. Noch nicht ganz ausdiskutiert war das Thema Streckenlänge auch bei Lieselotte und Heinz Krikser und Jutta Schwarz, die für die TS Ober-Roden starten: mal so, mal so, ist die Devise, doch zuletzt meistens „so“, also 10 Kilometer. „20 Kilometer bin ich selber nur einmal gelaufen, in Mainz einmal, aber da hatte ich mich an einer Stempelstelle verlaufen und war praktisch rückwärts gegangen“, gestand Hans Josef Lehr lachend.

Bürgermeister Roland Kern, KSV-Vorsitzender Werner Popp und Organisator Hans Josef Lehr gaben der größten Rödermärker Gruppe die Ehre: für den Briefmarkensammlerverein nahm Klaus Karius den Pokal in Empfang.

Seit sechs Uhr waren die Helfer in Urberach auf den Beinen, und ebenso lange standen die ersten Wanderer schon vor der Tür des KSV-Heimes. Sie wurden mit Frühstück bis zum Start um 7 Uhr vertröstet. Verwundert nahmen auch die Mitglieder der KSV-Badmintonabteilung die allerersten Läufer an ihrer Stempelstelle in Waldacker am 50. Breitengrad in Empfang: „Kurz nach 7 Uhr waren die Ersten schon da, wir waren noch beim Zeltaufbau.“ Fast ebenso früh kamen Engelbert Lins aus Fulda und Michael Benz vom Wanderverein Dietkirch vorbei: Engelbert Lins war um 5 Uhr aufgestanden und er hat 568 Kalorien vom KSV-Heim bis zum 50 Breitengrad, „196 Meter über Normal Null“, verbraucht - das sagt ihm sein Handy. „4,69 Kilometer sind"s genau vom Startpunkt bis hierher“, können Michael Benz und Engelbert Lins auf ihren Handy-Apps ablesen, die dem Größeren der Beiden auch mitteilt, dass er dabei nur 362 Kalorien verbraucht hat. Er ist schon um 4.51 Uhr in den Zug gestiegen, um pünktlich hier zu sein. Geweckt hat ihn sicher auch sein Handy…

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Zum Gelingen der Wandertage trugen 15 Helfer auf der Strecke und am KSV-Heim bei, dazu sechs an den Stempelstellen sowie die Fahrer. Am Sonntag, als die Organisatoren Bilanz zogen, ehrte der Schirmherr, Bürgermeister Roland Kern, gemeinsam mit dem KSV-Vorsitzenden Werner Popp und Organisator Hans Josef Lehr die stärksten Gruppen. Die Wanderfreunde Angenrod 1978 aus dem Oberhessischen gewannen mit 44 Teilnehmern vor den 42 Gästen aus Ebernhahn im Kannebäckerland.

In Rödermark selbst tat sich an der Liste der meisten Wanderer wenig. Den Ortspokal nahm erneut Klaus Karius für den Briefmarkensammlerverein mit 29 Teilnehmern in Empfang. Zweite wurden die Rejoice-Sänger mit 13 Wanderfreudigen vor der TS Ober-Roden mit elf, der Initiative „Wir sind Breidert“ mit sieben und den Wanderfreunden Rödermark mit sechs Teilnehmern. Dem folgten Kleingärtner, „Run4Fun“, Germania, der Skiclub und die TG Ober-Roden. Wegen der schwierigen Suche nach Helfern überlegt der KSV Urberach nun, die Wandertage auf einen einzigen Tag zu verkürzen, um die Mitarbeiter nicht allzu sehr zu beanspruchen. (chz)

Quelle: op-online.de

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