Einige neue Denkanstöße für die nächsten Jahre

Ober-Röder Adventmarkt: Eine Notlösung mit Charme

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Weihnachtslieder gehören dazu: Der Adventsmarkt hat seine ganz besondere Atmosphäre.

Ober-Roden - Der Ober-Röder Adventsmarkt 2015 ist etwas Besonderes. Von Christine Ziesecke

Nicht gerade unter künstlerischem Aspekt, doch er hat so viele Änderungen über sich ergehen lassen müssen, dass er jetzt eine ganz eigene Prägung hat – nicht mehr zu vergleichen mit dem laut-lärmigen lang-gezogenen kommerziellen Etwas, genannt „Weihnachtmarkt“, von vor zehn Jahren. Sicher haben nicht alle Veränderungen dem jetzigen Adventsmarkt nur gut getan, aber sie haben ihn zu einem netten kleinen Markt mit einigen echten Attraktionen gemacht. Rein räumlich kommt er nun am ehesten dem nahe, was die Ober-Röder Kirchengemeinden in ökumenischer Verbundenheit unter dem Namen „Der andere Advent“ schon vor 15 Jahren vollzogen hatten: Ausscheren aus dem großen Getriebe und Rückzug mit durchwegs spannenden kleinen Ständen und Erlebnissen auf das Gelände rund um die Nazariuskirche.

Die Angliederung des idyllischen Dinjerhofes an die Marktgassen tut dem Treiben nicht nur optisch gut: Die seit Jahren dort beheimateten Kunsthandwerker und Vereine wie etwa die Kolpingsfamilie, die kleine Kernsche Krippenausstellung und viele originelle handgearbeitete Waren machen das Betrachten zwischen so viel Tannengrün zum Erlebnis. Auch in der Heitkämperstraße und im Pfarrgarten verschwinden die rein kommerziellen Anbieter fast zwischen den Ständen der Kitas, der Vereine und Freundeskreise und der Gruppe Alle für Alle, zwischen Messdienern, Diakonie und der Flüchtlingshilfe.

Noch wirkte es – der recht kurzfristigen Umstellung aufgrund der nicht zu sperrenden Frankfurter Straße geschuldet – alles etwas durcheinander, doch die Idee, die lang gezogene Budenstraße zu konzentrieren, hatte schon im vergangenen Jahr erste gute Ansätze erlebt. Das Orga-Team des Gewerbevereins, der auch das kleine, aber feine Bühnenprogramm organisierte (bei dem die Idee des abendlichen Jazzclub-Ensembles sehr gut ankam), brachte mit netten Gesten wie dem mehrfach erscheinenden Nikolaus sein Teil mit ein und muss für die spontanen Änderungen auch mal gelobt werden. Großer Vorteil der Verlegung: Die Kinder hatte einen überschaubaren Raum und genossen das Karussell direkt vor der Kirchentür. Essen und Trinken gab es zu Hauf. Wer wollte, konnte Kontakte zu neuen Mitbürgern im Zelt des Netzwerks aufnehmen; die Sprachlotsinnen im Kirchgarten sprangen helfend ein. Noch spät am Samstag war die Marktmeile gut besucht, während auf der Durchfahrtsstraße keine größeren Schäden erkennbar waren.

Bilder: Adventsmarkt in Ober-Roden

Bleibt abzuwarten, ob die Geschäfte, die sich mit ihrer Öffnung angeschlossen hatten, mit ihren Umsätzen zufrieden sind – dann hätte die neue Lage viele Vorteile. Einzig der erhabene große Christbaum stand etwas verlassen nach der Eröffnungsfeier auf dem Marktplatz. Verlassen – und sehr dunkel. „Das Licht kommt schnell… das Licht kommt hell…“, beschwor es Bürgermeister Roland Kern mit dem Gewerbevereinsvorsitzenden Manfred Rädlein zum jährlichen Knopfdruck, umrahmt vom Frohsinn-Frauenchor, der unerschütterlich „Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen…“ sangen – nur wann sie brennen würden, konnte niemand sagen.

Theorien gab es während des Wartens manche. Tatsache war wohl, dass die hohe Luftfeuchtigkeit aus Nebelschwaden und Nieselregen einen Kurzschluss verursacht hatte. So blieb es am Freitag dunkel. Am Samstag jedoch strahlte der Baum und wies den Weg zum kleinen, aber geselligen Adventsmarkt.

Quelle: op-online.de

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