Urberacher Nikolausmarkt

Christliche Wurzeln im Mittelpunkt

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Mitten auf dem Häfnerplatz versetzten die Schauspieler der Freien evangelischen Gemeinde Rödermarks die Besucher des Nikolausmarktes an die Krippe von Bethlehem.

Urberach - So stellt man sich den Nikolaus vor: Ganz genau wie jenen, der beim Urberacher Nikolausmarkt am Wochenende mit einem Pferdewagen durch die Straßen zog und dem Marktnamen alle Ehre machte.

Den Wagen mit Kindern und Eltern bepackt, aus dem großen Sack köstliche, beim hiesigen Bäcker frisch gebackene Lebkuchen verteilend - ein weiser alter Mann wie ihn von unzähligen Abbildungen kennt. Der Urberacher Nikolausmarkt betonte die christliche Bedeutung der Vorweihnachtszeit in doppelter Hinsicht. Der Nikolaus in der Kutsche – der in seinem roten Mantel gewaltig geschwitzt hat - rundete ein schönes Wochenende ebenso ab wie das Straßentheater der Freien evangelischen Gemeinde. Viermal im Verlauf des Wochenendes landeten die jungen Schauspieler zwischen handgemalten Kulissen und mittels einer pulsierenden Zeitmaschine im Heiligen Land zur Zeit der Geburt Christi. Vor einer immer größer werdenden Zuschauermenge spielten sie das Weihnachtsgeschehen frisch und unverkrampft. „Wir wollten nichts verkaufen. Wir wollten einfach wieder mitten drin ans weihnachtliche Geschehen erinnern und die Menschen heranführen“, erläuterte Pastor Jens Bertram die unerwarteten Auftritte seiner Truppe. Und auch die Posaunen der evangelischen Petrusgemeinde gehörten zu diesem Nikolausmarkt ebenso wie das Kinderkarussell am Häfnerplatz, dessen Schaustellerin sich dank des guten Wetters über guten Besuch freute.

Von „Knecht“ Peter Knapp kutschiert hatte der Heilige Nikolaus alias Edmund Seib alle Hände frei, Kinder am Wegrand mit leckeren frischen Lebkuchen zu beschenken.

Das galt für den ganzen Markt, der seit zwei Jahren von einem kleinen Team um Werner Popp, den Chef des KSV, und Christoph Schulmeyer, den Leiter der Urberacher Pfadfinder, organisiert wird. Der eine bringt das jahrzehntelange Know-How rund um Großveranstaltungen mit ein, der andere vor allem handwerkliche und planerische Fähigkeiten und sein ganzes Pfadfinderteam. Und das klappt hervorragend. Mit dem Wetter hatten sie großes Glück, für die optischen Anreize mit viel Lichterschmuck und ebenso viel frischem Grün waren sie selbst verantwortlich. Mit der Gallus-Kirche am einen Ende und der Kelterscheune am anderen und dazwischen einer verkehrsfreien Zone lässt sich’s einfach gut gestalten. Und der Erfolg ist eindeutig, ähnlich wie in Ober-Rodens abgespeckter Variante am vergangenen Wochenende.

Die Marktstände waren gut und teilweise völlig neu besetzt (wie etwa von der Orwischer Kelterei Lang & Lotz). „Zwei weitere können wir im nächsten Jahr noch bestücken“, stellte Werner Popp in Aussicht. Vorn traditionell den ersten Glühwein aus dem großen Kessel am KSV-Stand, hinten zum Abschluss der letzte Glühwein vor der Kelterscheune, wo sich die Pfadfinder mit Jurte, Zelten, Informationstafeln und natürlich einem Feuertrog eingerichtet hatten. Die Gruppen mit Namen wie „Gorillas“, „Pumas“, „Waschbären“ oder „Stinktiere“ boten frisch über dem Feuer gegarte Maronen, Popcorn, Punsch und Stockbrot an – kurz: Es ließ sich gut leben beim Nikolausmarkt, zwischen Lebkuchen, Waffeln, Sauerkrauteintopf, Rote-Beete-Suppe und Bratwürsten jeder Art. Gestern Nachmittag beteiligte sich auch der Kinderschutzbund wieder mit einem Kinderprogramm und einer Kaffee- und Kuchentheke.

Urberacher Nikolausmarkt rund um den Häfnerplatz: Fotos

Der Urberacher Nikolausmarkt 2015 hatte sehr viel Handgemachtes und Heimeliges, bot vor allem viel Möglichkeit zum Zusammentreffen und die Zeit vergessen, und das gespickt mit einigen feinen Höhepunkten wie dem Nikolaus oder dem Weihnachtstheater auf offener Straße. Die kleine Vorbereitungs- und Organisationstruppe kann stolz sein auf den damals vor dem Ableben geretteten Urberacher Nikolausmarkt.

chz

Quelle: op-online.de

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