Früheste Weinfest in der Umgebung

Pur oder gemischt? Eröffnung der „Orwischer Woigass“

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Die Lieblingsstücke von Korkenziehersammler Roland Groh aus Eppertshausen sind handgeschnitzte, schon recht betagte Köpfe aus dem Schwarzwald und aus Südtirol.

Urberach - Diversen Regenwolken zum Trotz war die Stimmung auf der „Orwischer Woigass“ ungetrübt. Das früheste Weinfest in der Umgebung lockte zahlreiche Besucher nach Urberach. Von Christine Ziesecke 

Ob Genuss in geselliger Runde oder zu zweit allein: einem Glas Weißem oder Rotem war in der „Woigass“ niemand abgeneigt.

„Am Rodaustrand der Rebensaft, der gibt uns allen diese Kraft zu fröhlichem Beisammensein - hier bist du Mensch, hier darfst du’s sein!“ Gereimtes mit heimischer Note gab"s wieder einmal zur Eröffnung der „Orwischer Woigass“ am Samstagnachmittag - natürlich von Bürgermeister Roland Kern. Hochzufrieden waren die Organisatoren Peter Müller und Dieter Hüllmandel mit ihrem Weinfest Nummer 16: „Dafür, dass es mit Regenschauern und einem eher schwachen Besuch nachmittags losging, bin ich sehr positiv überrascht“, freute sich Peter Müller am Samstagabend, als die „Woigass“ zwar nicht so brechend voll wie im Traum-Mai 2014, aber doch sehr stark besucht war. Als die Beiden gemeinsam mit der Rödermärker Politprominenz und vielen bekannten Gesichtern den ersten Rundgang machten, waren auch die Groß-Umstädter Weinkönigin Sina I. und ihre Prinzessinnen Anne und Saskia mit von der Partie. Landrat Oliver Quilling freute sich beim 17-Uhr-Läuten der Gallus-Kirche über das persönliche „Woigass“-Glas, das er geschenkt bekam.

Am Samstag bekam auch Landrat Oliver Quilling von Organisator Peter Müller sein eigenes „Woigass“-Glas - und fühlt sich dem Weinfest noch verbundener als ohnehin schon.

Rödermärker Vereine und vereinzelt auch Weinhändler lockten mit edlen lupenreinen Tropfen, aber auch mit oft bunten und besonders fruchtigen Mischgetränken wie etwa dem „Summerdream“ beim KSV Urberach: eisgekühlter Lillet mit Frizzante, Himbeeren und einem Hauch Minze. Ganz so dringend war die Abkühlung zwar nicht, aber lecker war"s allemal, und „Woigass“-Gäste sind Stammgäste, egal was passiert. „Aber stopp“, legte Peter Müller da ein Veto ein: „Die Woigass ist durchaus kein Selbstläufer wie oft angenommen. Es bedarf vieler Vorarbeit von vielen Menschen und vieler Mithilfe aller Bürger her im Umfeld.“ Das in der Region vor allem als erstes Weinfest der Saison gut bekannte Fest verläuft immer friedlich, hier wird mehr Geselligkeit gepflegt als große Mengen gekippt. „Wenn es jemals so weit kommt, dass wir eine Security für unsere Woigass’ brauchen, dann höre ich auf! Das ist dann nicht mehr mein Weinfest!“, zieht Müller Grenzen. Bislang geht es wunderbar ohne Sicherheitsdienst. Die Nachbarn schauen schon immer über Nacht nach dem Rechten, was Peter Müller ausgesprochen dankbar entgegennimmt: „Wichtig ist uns ein gutes Verhältnis zur Stadt, die uns mit vielen Handgriffen und Freigaben zur Seite steht, und vor allem zu den Bürgern. Als ich mich neulich mit einem Gutschein bei den Menschen bedankte, vor deren Haus seit Jahren unser Toilettenwagen stehen darf, wurde ich dort gleich zum Essen eingeladen!“

Weinfest 2015 in Urberach

Gutes Wetter und wie immer ein buntes Kinderprogramm des Fördervereins der Kita St. Gallus sowie ein verkaufsoffener Sonntag in einigen Urberacher Geschäften sorgten gestern Nachmittag für Hochbetrieb in der Bachgasse. Doch wem’s zu laut und zu voll wurde, der konnte sich ins Töpfermuseum zurückziehen. Denn hier stellt der Eppertshäuser Roland Groh seine Korkenzieher-Sammlung aus - zu Recht an diesem Wochenende, denn was wäre die beste Flasche Wein ohne einen Öffner? Groh zeigt kleine geschnitzten Hunde, deren Schwanz die Spindel enthalten. Zu sehen sind Dutzende metallene Klassiker in den verschiedensten Formen wie Weinflasche, Zeppelin oder Drillbohrer. Die ersten elektrischen Korkenzieher der Firma Philipps wurden gegen 1980 zum Patent angemeldet. Die Schätze sind fast unüberschaubar, und selbst Roland Groh hat keine Ahnung, wie viele Modelle er sein Eigen nennt. Das Interesse war groß, wer zu spät kam, der hat demnächst noch eine Chance: am Sonntag, 7. Juni, von 15 Uhr bis 18 Uhr führt Roland Groh gegen 16 Uhr die Besucher durch das Töpfermuseum.

Quelle: op-online.de

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